Wirtschaft : ADAC rechnet mit noch höheren Benzinpreisen

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München Pünktlich zum Beginn der Sommerferien werden die Benzinpreise voraussichtlich weiter steigen: Ferien bringen eine Reisewelle mit sich, und viele Tankstellen passten die Preise traditionell der Nachfrage an, heißt es beim ADAC. In den vergangenen Jahren hätte es vor den Sommerferien Preiserhöhungen von bis zu fünf Prozent gegeben. In Berlin und Brandenburg beginnen in dieser Woche die Schulferien.

Die Preise für Benzin und Diesel sind laut ADAC im Juni um fünf Prozent auf neue Höchstwerte gestiegen. ADAC-Experte Jürgen Albrecht sagte, vor allem der Preis für Diesel sei überzogen. „Die steuerliche Differenz von 21 Cent je Liter zwischen Benzin und Diesel kommt angesichts eines tatsächlichen Preisunterschieds von 14 Cent nicht beim Autofahrer an.“ Rein rechnerisch könne Diesel um bis zu sieben Cent billiger sein. Die Mineralölwirtschaft hat jedoch zuletzt darauf hingewiesen, dass derzeit Diesel an den Börsen deutlich teurer ist als Benzin – und genau der Preisunterschied im Einkauf mache die sieben Cent an der Tankstelle aus.

Das teure Öl mache die Hoffnungen auf einen Aufschwung der Autobranche in Deutschland zunichte, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Automobilexperte an der FH Gelsenkirchen, am Dienstag. Bereits im Juni werde die Zahl der Neuzulassungen voraussichtlich sinken. „Die hohen Energie- und Ölpreise wirken sich belastend auf die verfügbaren Einkommen der Konsumenten aus, die übervorsichtige Konsumneigung der Deutschen wird verstärkt“, sagte Dudenhöffer. Die Kunden würden den Autokauf deshalb weiter hinauszögern.

Spekulationen um einen möglichen „Benzingipfel“ unter Beteiligung von Politik, Automobil- und Mineralölindustrie, um den weiteren Anstieg der Benzinpreise zu dämpfen, erteilte Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach eine Absage: „Einen solchen Gipfel halten wir gegenwärtig nicht für sinnvoll.“ dpa/vis

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