Wirtschaft : Adidas: Beim Sportartikelhersteller steht das US-Geschäft im Vordergrund

Wenn der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon AG am Donnerstag seine Zahlen für die ersten neun Monate dieses Jahres vorlegt, richtet sich die Aufmerksamkeit der Analysten vor allem auf den Verlauf des US-Geschäfts. "Die schlechte Entwicklung in den USA ist der Hauptbelastungsfaktor für Adidas", sagte Hypo-Vereinsbank-Analyst Marcus Reck. Von einer Verbesserung in dem Schlüsselmarkt für Sportartikel hänge auch der Aktienkurs ab, der nach über 160 Euro Mitte des vergangenen Jahres derzeit bei gut 54 Euro liegt. Der starke Dollar begünstige zwar die Erlöse, belaste aber die Margen, weil adidas mehr in Dollar einkaufe als verkaufe. Zudem gelte das Unternehmen aus Herzogenaurach immer noch als ein Kandidat für eine Herausnahme aus dem Dax. Beim Umsatz der ersten neun Monate rechnen die Experten mit einem währungsbedingten Anstieg von rund sechs Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Unter der Annahme konstanter Wechselkurse läge der Umsatz allerdings um 1,5 Prozent unter dem Vorjahr, heißt es bei der Bankgesellschaft Belin. Beim Ergebis nach Steuern liegen die Schätzungen der Analysten eng beieinander zwischen 177 und 183 Millionen Euro. Das entspräche einem Rückgang um bis zu 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 228 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr 2000 rechnet Adidas-Salomon früheren Angaben zufolge mit einem Umsatzplus von zwei Prozent und einem um 20 Prozent gesunkenen Jahresüberschuss. Analysten werteten es aber als positiv, dass das Unternehmen trotz des gestiegenen Dollars an seiner Prognose festhält, in den nächsten drei Jahren seinen Gewinn um jeweils 15 Prozent zu steigern.

Die Herausforderung für Adidas sehen die Analysten im amerikanischen Markt, in dem allein ein Drittel aller Sportartikel weltweit verkauft werden. Im ersten Halbjahr war der Umsatz der Marke "Adidas" in den USA um acht Prozent zurückgegangen, der Auftragsbestand hatte sich bei Textilien sogar um 30 Prozent verschlechtert. Für das dritte Quartal geben die Analysten noch keine Entwarnung. Uwe Weinreich von der Bankgesellschaft Berlin geht für die ersten neun Monate von einem Rückgang des Auftragsbestandes bei Sportbekleidung in den USA von knapp 20 Prozent aus. "Wir rechnen für Anfang 2001 mit ersten Anzeichen für eine Stabilisierung der Auftragsbestände bei Sportbekleidung in den USA", erklärte er.

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