Wirtschaft : Adidas freut sich auf die WM Rekordabsatz erwartet

Nike rüstet Brasilien aus

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Herzogenaurach Der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon verbindet mit der Weltmeisterschaft große Hoffnungen. „Eine Chance wie eine WM im eigenen Land und Heimatmarkt kommt nur einmal im Leben. Adidas ist bereit für die WM und wir erwarten im Fußball einen Rekordabsatz“, sagte Adidas-Salomon- Chef Herbert Hainer am Wochenende in Herzogenaurach. Im Vergleich zum Europameisterschaftsjahr 2004 soll der Umsatz mit Fußballprodukten von 900 Millionen Euro auf deutlich über eine Milliarde Euro steigen. In diesem Jahr rechnet Hainer dagegen mit einem stagnierenden Absatz.

Adidas sieht sich im Fußball mit einem Anteil von 35 Prozent als Weltmarktführer noch vor dem US-Konkurrenten Nike. „Wir werden dieses Ereignis nutzen, um den Heimatmarkt vor, während und nach der WM zu dominieren“, sagte Marketing-Vorstand Erich Stamminger. Adidas hat mit der Weltfußballorganisation Fifa einen langfristigen Vertrag bis zur WM 2014 abgeschlossen. Unter anderem stellt Adidas den Spielball. 2004 verkaufte Adidas sechs Millionen Bälle, 2006 sollen es deutlich mehr werden. Bis zur Weltmeisterschaft will Adidas einen Ball mit Chip einsatzbereit haben, bei dem der Schiedsrichter im Spiel mit elektronischen Hilfen eindeutig bestimmen kann, ob der Ball hinter der Torlinie war oder nicht. „Wir sind mit unseren Tests im Plan und hoffen dass das System zum Einsatz kommt“, sagte Adidas-Fußball-Chef Günter Weigl. Auch der Verkauf der Nationaltrikots soll den Rekordwert von 500000 Stück aus dem EM-Jahr 2004 deutlich übertreffen.

Das größte Problem des Weltmarktführers ist allerdings Brasilien. Der Rekordweltmeister hat sich langfristig an Nike gebunden. Anders als Adidas strebt Nike keine offizielle Partnerschaft mit der Fifa an. Nike wird mit einem gewaltigen Warenangebot zur WM besonders den deutschen Markt überschwemmen, um dem Kontrahenten den Markt kaputt zu machen, erwarten Branchenexperten aus Industrie und Handel. Auch Reebok-Chef Paul Fireman hat kürzlich große Sonderaktionen für die WM angekündigt. Auf dem gesamten Sportartikelmarkt liegt Reebok hinter den mit großem Abstand führenden Unternehmen Nike (12,3 Milliarden Dollar) sowie Adidas (6,5 Milliarden Euro Umsatz in 2004) auf dem dritten Rang.

„Wir werden ganz genau auf die Einhaltung unserer Lizenzrechte für die WM achten“, sagte Weigl. „Adidas wird die Spitzenposition beim Fußball nicht aufgeben, glaubt auch John-Paul O’Meara Analyst bei der Dresdner Bank AG in Frankfurt. Keines der neuen Produkte dürfe aber zum Flop werden. Mit aggressiven Werbespots soll die junge Kundschaft auf die kommende WM eingeschworen werden. Laut Stamminger wird aber auch bei der WM das übliche Marketingbudget von 14 Prozent des Umsatzes 2006 nicht gesprengt. Nach Einschätzung von Experten liegt der weltweite Markt von Fußballschuhen bei rund 2,5 Milliarden Euro. mwb (HB)

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