Wirtschaft : Adidas gewinnt wieder Olympia

Wettbewerber wehren sich bei IOC gegen Markenpräsenz der drei Streifen

Tanja Kewes

Berlin - Der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon wird offzieller Ausstatter der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Ob aber neben dem Adidas-Logo auch die drei Streifen wie 2004 in Athen zu sehen sein werden, ist fraglich. Zwar unterschrieben die Herzogenauracher am Montag in Peking die Partnerschaftsvereinbarung mit dem olympischen Organisationskomitee, deren Wert auf 50 Millionen Dollar geschätzt wird. Doch sprechen derzeit Wettbewerber wie Nike und Puma beim IOC vor, um die Markenpräsenz von Adidas einzuschränken.

Bei Olympischen Spielen müssen sich die Ausstatter strengen Regeln beugen. Für ihre Logos auf der Kleidung der Athleten und Funktionäre haben sie 20 Quadratzentimeter Platz. Adidas nimmt mit dem Logo und Schriftzug auf der Brust und den drei Streifen auf dem Ärmel aber mehr Raum ein. Denn bisher galten die drei Streifen als Designelement, nicht als Markenzeichen. „Adidas hat damit einen Wettbewerbsvorteil“, sagt Puma-Sprecher Ulf Santjer. Unabhängig davon, wie das IOC im Februar entscheidet, will Adidas aber Sponsor der Spiele in Peking bleiben, sagte eine Adidas-Sprecherin dem Tagesspiegel.

Die Ausrüstung aller Mitarbeiter, Freiwilligen und Funktionäre sowie der chinesischen Mannschaften bei den Olympischen Spielen in Peking gilt in der Branche als strategisches Investment in den Milliardenmarkt China. „Adidas hat als offizieller Partner mehr als einen Fuß in der Tür zum Wachstumsmarkt China“, sagt Oliver Caspari, Analyst beim Bankhaus Lampe. Damit stehe das Unternehmen schon jetzt als Gewinner der Spiele fest. Der Vertrag mit dem IOC schätzen Experten auf 50 Millionen Euro.

Adidas ist seit über 20 Jahren in China aktiv und zählt zu den führenden Sportartikelmarken auf dem chinesischen Markt. Im Jahr 2004 erzielte Adidas-Salomon einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro in China. Inzwischen unterhält Adidas 1300 Franchise-Geschäfte in mehr als 250 Städte in China. Bis zum Ende der Olympischen Spiele im Herbst 2008 will der Konzern den Umsatz in Asien verdoppeln, bis 2010 das Geschäft in China auf eine Milliarde Euro verzehnfachen.

Dass sich Adidas gegenüber Konkurrenten wie dem mit Abstand weltgrößten Sportartikelhersteller Nike oder dem japanischen Sportschuhhersteller Asics durchgesetzt hat, hängt nach Aussage von Experten vor allem an der Erfahrung und den guten Kontakten des Unternehmens. Die olympische Tradition der Firma reicht bis ins Jahr 1928 zurück, als Firmengründer Adi Dassler Schuhe für Sportler bei den Olympischen Spielen in Amsterdam gefertigt hatte. Und erst in der vergangenen Woche verlängerte Adidas in einem auf 250 Millionen Euro geschätzten Deal den Ausstattungsvertrag mit dem Weltfußballverband Fifa bis 2014 und ist somit offizieller Partner, Ausrüster und Lizenznehmer für die Fußballweltmeisterschaften 2010 und 2014.

Als offizieller Partner der Olympischen Spiele 2004 in Athen lieferte Adidas mehr als 1,4 Millionen Produkte und stattete 22 Nationale Olympische Komitees aus. In 26 der 28 Sportdisziplinen – außer Reiten und Segeln – war Adidas vertreten.

Für Peking rechnen die Herzogenauracher mit einem noch größeren Volumen. Wie die Kollektion aussehen wird, stehe noch nicht fest, sagte die Unternehmenssprecherin. Aber eines sei wohl klar – Rot werde die dominierende Farbe.

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