Adidas und Puma : Das Geschäft mit dem Ball boomt

Fußball-Fans wollen mehr Trikots und so ihren Club nach außen tragen, die Sportkonzerne freut es.

München - Fußball ist in und immer mehr Fans weltweit wollen die enge Bindung zu ihrem Club öffentlich zeigen. Die Trikotverkäufe ziehen deshalb kräftig an: „Die Zahlen zeigen durch die Bank nach oben“, erklärt Markus Baumann, Fußball-Chef des Sportkonzerns Adidas. Vor allem in den Boom-Ländern Asiens läuft das Geschäft wie geschmiert. Doch auch hierzulande greifen die Anhänger beherzt zu. „Das ist für uns ein Geschäft, das vielfältige Wachstumsmöglichkeiten bietet“, betont auch Matthias Bäumer, Deutschland-Chef von Puma.

Von Top-Clubs wie Real Madrid oder Chelsea gehen weltweit jedes Jahr mehrere Hunderttausend Stück über die Ladentheken. Vor allem die Chinesen entwickeln sich immer stärker zu glühenden Fans der großen europäischen Vereine: „Dort ist die Nachfrage so groß, dass wir jedes Halbjahr zwei Fußball-Lifestyle-Kollektionen auf den Markt bringen“, sagt Baumann.

Für die Sportkonzerne ist das ein lukratives Geschäft, denn die Anhänger geben für die Jerseys viel Geld aus. Die neuen Leibchen von Bayern München, hergestellt von Adidas, kosten pro Stück 55 Euro, die Damenversion sogar 60 Euro. Zudem haben Club und Ausrüster Hosen, Stutzen, Schals, Mützen und Kindertrikots im Angebot.

Doch nicht nur die Fans sind heiß auf Fußball. Die Weltmeisterschaft hat offenbar viele Leute animiert, wieder einmal selbst gegen den Ball zu treten. Dafür brauchen sie die richtige Ausrüstung: „Man spürt deutlich, dass die Nachfrage anzieht“, sagt Puma-Manager Bäumer.

Fußball ist auch für die deutschen Sporthändler enorm wichtig. Bei Intersport, der größten europäischen Verbundgruppe, macht Fußball rund zehn Prozent vom Jahresumsatz aus. Zuletzt sind die Erlöse wegen der WM regelrecht in die Höhe geschnellt, zwischen November 2009 und Ende Juli betrug das Plus 26 Prozent. Allein von der deutschen Nationalmannschaft hat Intersport 300.000 Trikots verkauft.

Für die Sportartikelproduzenten ist Fußball das zentrale Standbein. Adidas hat angekündigt, dieses Jahr Bälle, Leibchen und Kickschuhe für mehr als 1,5 Milliarden Euro an den Mann zu bringen – so viel wie nie zuvor. Damit steht der Sport für mehr als zehn Prozent aller Erlöse. Rivale Puma macht keine Angaben zum Umsatz in einzelnen Sportarten.

Adidas und der US-Konzern Nike behaupten seit Jahren, sie seien die führende Marke im weltweiten Fußballgeschäft. Nachprüfen lässt sich das nicht, weil die Zahlen offiziell in den Abschlüssen nicht ausgewiesen werden. Zudem beeinflussen Wechselkursschwankungen den Vergleich. Nike wollte sich aktuell zu seinem Fußballgeschäft nicht äußern.

Vor 20 Jahren noch statteten Adidas und Puma fast die gesamte Bundesliga aus. Das ist vorbei. „Früher ging es darum, möglichst viele Mannschaften unter Vertrag zu haben“, erklärt Bäumer. Heute konzentrieren sich die Konzerne auf wenige Aushängeschilder. Für Adidas sind das neben Bayern München der HSV und Schalke. Puma rüstet Hoffenheim und den VfB Stuttgart aus. jojo (HB)

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