Wirtschaft : Adidas verspielt in Amerika

Der Sportartikel-Hersteller steigert den Gewinn, doch auf dem US-Markt hat er große Probleme. Ein Basketball-Star soll nun helfen

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München (nad). Der größte europäische SportartikelHersteller Adidas-Salomon hat in Nordamerika, dem wichtigsten Sportartikel-Markt der Welt, schwer zu kämpfen. „Der Markt hat sich in den letzten sechs Monaten sehr stark verändert“, sagte Vorstandschef Herbert Hainer am Mittwoch bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz in Herzogenaurach. Das Nordamerika-Geschäft, mit dem Adidas ein Drittel seines Umsatzes macht, sei gekennzeichnet durch sinkendes Verbrauchervertrauen und harten Wettbewerb. In den USA kämpft Adidas vor allem gegen Branchenführer Nike und lokal starke Marken wie Reebok. Auch der kleine und derzeit höchst erfolgreiche Konkurrent Puma macht Adidas dort immer stärker zu schaffen.

Die Auftragsbestände von Adidas in Nordamerika sanken im ersten Halbjahr währungsbereinigt um zwölf Prozent. Der Umsatz sackte um 17 Prozent auf 790 Millionen Euro ab. Da Hainer nicht mit einer wesentlichen Verbesserung für das zweite Halbjahr rechnet, hat er seine Umsatzprognose für Nordamerika bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr nach unten korrigiert. Statt eines Umsatzes auf Vorjahresniveau rechnet der Adidas-Chef jetzt für 2003 nur noch mit einem Umsatz „knapp unter dem Vorjahresniveau“. Um in den USA besser aus den Startlöchern zu kommen, setzt Hainer auf eine Produktoffensive im mittleren Preissegment. Dabei will er vor allem mit neuen Technologien bei Lauf- und Fußballschuhen und in den populären Sportarten Basketball und Running punkten. Der Konzern setzt auf große Namen: Vor zwei Tagen hat Adidas den Basketball-Star Kevin Garnett auf Lebenszeit unter Vertrag genommen und hat nun – zusammen mit Tracy McGrady und Tim Duncan – drei der besten Spieler der amerikanischen Profiliga NBA unter seinen Fittichen. Erfolg verspricht sich Hainer auch dadurch, die Vertriebswege in Nordamerika zu stärken und den Verkauf mit neuen Shops anzukurbeln.

Trotz des schwachen Nordamerika-Geschäfts ist Adidas mit der Bilanz des ersten Halbjahres zufrieden: Weil das Geschäft in Europa und Asien brummt, legte der Konzerngewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 27 Prozent auf 32 Millionen Euro zu. Im gesamten ersten Halbjahr stieg der Gewinn um 22 Prozent auf 83 Millionen Euro. In Europa kletterte der Auftragsbestand von Adidas-Salomon im ersten Halbjahr um zehn Prozent. In Asien, wo die Fußball-WM im vergangenen Sommer einen Sportboom ausgelöst hatte, verzeichnete der Konzern 18 Prozent mehr Aufträge bei Sportschuhen und -bekleidung.

Trotz der empfindlichen Einbußen in Nordamerika hält Adidas-Salomon an seinen Zielen für das Gesamtjahr 2003 fest. Demnach soll der Umsatz währungsbereinigt um fünf Prozent, der Gewinn um zehn bis 15 Prozent wachsen.

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