Wirtschaft : Adlershof-Aufsichtsräte verlieren langsam die Geduld

alf/asi

Das Gezerre um die Besetzung der Geschäftsführerposition der Adlershofer Wista-Management GmbH verärgert zunehmend den Aufsichtsrat. "Herr Gentz ist sehr beunruhigt", hieß es am Donnerstag im Büro des Daimler-Chrysler-Finanzvorstands und Wista-Aufsichtsrats Manfred Gentz. Ähnlich äußerte sich der Präsident der Humboldt-Uni, Jürgen Mlynek: "Ich bewundere die Geduld der Aufsichtsratsmitglieder", sagte Mlynek gegenüber dem Tagesspiegel und forderte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) auf, "jetzt konstruktiv an der Entscheidungsfindung mitzuwirken". Am Mittwoch war, wie berichtet, Wirtschaftssenatorin Juliane Freifrau von Friesen aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten, weil zum wiederholten Mal keine Lösung für den Anfang Januar vakant werdenden Geschäftsführerposten gefunden worden war. "Das ganze Auswahlverfahren lief unprofessionell", kritisierte von Friesen das bisherige Procedere. Sie selbst habe sich "ergebnisorientiert" um die Wiederbesetzung der Stelle bemüht, und "nicht wie Herr Strieder parteiorientiert".

Nach Angaben von Rolf Scharwächter, der als Wista-Geschäftsführer Ende des Jahres ausscheidet, soll seine Stelle bis Ende Januar neu besetzt werden. Die Position werde neu ausgeschrieben. Ein erstes Ausschreibungsverfahren hatte im Sommer fünf Bewerber ergeben. Nach den Neuwahlen kamen zwei neue Bewerber ins Spiel. Scharwächter zufolge sollen alle sieben bisherigen Bewerber automatisch in die engere Wahl kommen. Doch im Aufsichtsrat gibt es inzwischen die Befürchtung, dass die Anforderungen an den Wista-Geschäftsführer - Erfahrungen in einem Unternehmen sowie naturwissenschaftlich-technische Qualifikation - geändert werden könnten, damit Senator Strieder möglicherweise einen Kandidaten seiner Wahl durchsetzen kann.

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