Wirtschaft : Adlershof setzt stärker auf private Investoren

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Deutschlands größter Forschungs- und Technologiestandort - der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (Wista) - soll in Zukunft stärker aus eigener Kraft wachsen. Bisher flossen rund 971 Millionen Euro öffentliche Gelder nach Adlershof. Künftig soll ein stärkeres Gewicht auf private Investitionen gelegt werden, wie die Standort-Partner auf der Wista-Jahrespressekonferenz am Montag versicherten.

Nicht zuletzt die Haushaltszwänge engen den Kalkulationsspielraum des Wista-Managements ein. 2001 flossen 150 Millionen Euro Investitionen nach Adlershof, rund die Hälfte davon aus öffentlichen Töpfen. Wie viele Mittel in diesem Jahr noch aus dem Berliner Etat zur Verfügung gestellt werden, ist unklar. Mit Blick auf die vorläufigen Etatpositionen konnte selbst Wirtschaftssenator Gregor Gysi am Montag keinen verbindlichen Betrag nennen. Während die Standort-Partner vor einer Sparpolitik an der falschen Stelle warnten, erklärte der neue Geschäftsführer der landeseigenen Wista-Management-Gesellschaft, Hardy Rudolf Schmitz, er wolle gezielt nach neuen Partnern aus der Privatwirtschaft Ausschau halten. Bereits mit zehn Mietinteressenten sei er im Gespräch, erklärte Schmitz. Der 51jährige Unternehmer hatte Anfang Februar Rolf Scharwächter abgelöst, der von Daimler gekommen war. Vor seinem Wechsel zur Wista baute der Elektrotechniker und Betriebswirt Schmitz unter anderem die Compu-Net Computer AG von Jost Stollmann in Berlin auf. Als "Business Angel" gewann er Einblick in die Berliner Gründerszene.

Der seit Anfang der 90er Jahre öffentlich geförderte Ausbau von Adlershof zur Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien basiert auf drei Säulen. Neben dem Kern, des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Adlershof (Wista), mit seinen zwölf außeruniversitären Forschungseinrichtungen und 362 technologieorientierten Unternehmen bildet die Medienstadt Adlershof auf dem Gelände des früheren DDR-Fernsehfunks die zweite und das Gewerbegebiet am Groß-Berliner Damm die dritte Säule. Als Anerkennung des Projektes zeichnete die EU-Kommission Anfang April Adlershof mit dem so genannten "Awards of Excellence for Innovative Regions" aus. 2001 erhöhte sich die Anzahl der Wirtschaftsfirmen in Adlershof von 330 auf 362 . Gemeinsam mit den zwölf Forschungsfirmen wurde ein Umatz von 487 Millionen Euro erzielt - über 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 71 Firmen siedelten sich neu an. 39 verließen Adlershof, darunter gingen sieben Firmen pleite.

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