Wirtschaft : Adtranz: Der Bahnkonzern verkauft einen weiteren Geschäftsbereich

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Der Bahnkonzern Adtranz verkauft einen weiteren Geschäftsbereich. Die britische Balfour Beatty übernimmt die Bahnfahrwegsysteme von Adtranz für 153 Millionen Euro (300 Millionen Mark). Das teilten beide Unternehnem am Mittwoch in Berlin mit. Balfour Beatty ist tätig beim "Entwurf, der Errichtung und Instandhaltung feststehender Infrastruktur", erläuterte der Vorstandsvorsitzende Mike Welton in Berlin. Die Adtranz Bahnfahrwegsysteme liefern Ausrüstungen für die Elektrifizierung und Stromversorgung von Eisenbahnstrecken. Zuletzt kamen die Bahnwegsysteme mit 1400 Mitarbeitern auf 290 Millionen Euro Umsatz, der Gewinn lag bei 16,25 Millionen Euro. Die Standorte in Deutschland, die wichtigsten in München und Frankfurt, sollen erhalten bleiben.

Balfour Beatty kam vergangenes Jahr auf einen Umsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro und beschäftigt 25 000 Mitarbeiter. In dem Bereich Bahnfahrwegsysteme erwirtschaftete Balfour Beatty 533 Millionen Euro Umsatz und 27 Millionen Euro Gewinn. "Diese Akquisition ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zu einem weltweit führenden Anbieter von Schienen-Infrastruktur", sagte Vorstandschef Welton. In Großbritannien ist das Unternehmen Marktführer bei der Bahninstandhaltung.

Die Daimler-Chrysler-Tochter Adtranz soll von Bombardier übernommen werden. Der seit Jahren mit Verlusten kämpfende Adtranz-Konzern will mit dem Verkauf einzelner Sparten und einem weiteren Stellenabbau wieder in die Gewinnzone kommen. Für den Bereich Signaltechnik gebe es derzeit jedoch keine Verhandlungen, sagte der für den Nahverkehr zuständige Adtranz-Manager Christer Bâdholm am Mittwoch. Im vorigen Herbst hatte das Unternehmen angekündigt, weltweit weitere 3000 seiner damals knapp 24 000 Stellen zu streichen. 1999 erzielte Adtranz einen Umsatz von 7,05 Milliarden Mark bei einem beträchtlichen Verlust. Bombardier übernimmt bei Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter Adtranz für 1,54 Milliarden Mark.

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