Wirtschaft : Adtranz: Der Berliner Bahntechnik-Hersteller steigt aus dem Transrapid-Konsortium aus

Der Berliner Bahntechnik-Hersteller Adtranz will aus dem Transrapid-Konsortium aussteigen. Eine Adtranz-Sprecherin bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht, wonach mit den Transrapid-Partnern Siemens und Thyssen-Krupp über die Auflösung des Konsortialvertrags für die Magnet-Schwebebahn verhandelt werde. Über die Motive des Ausstiegs wollte oder konnte sich die Sprecherin auf Anfrage nicht äußern. Unterdessen wurde in Peking die Machbarkeitsstudie für den Bau der deutschen Magnetschwebebahn Transrapid in Schanghai an die chinesische Betreibergesellschaft übergeben. Die Kosten und Zahlungsvorstellungen werden aber erst am Mittwoch in Schanghai präsentiert. Die Verhandlungen über den Vertrag, der bis Mitte Dezember abgeschlossen werden soll, beginnen nächste Woche. Am Transrapid-Projekt in China beteiligt sich Adtranz nicht. Nach dpa-Informationen bieten für die geplante Strecke in Schanghai nur Siemens, Thyssen-Krupp sowie die Gesellschaft Transrapid International als Systempartner.

Adtranz ist zwar mit einem Drittel an der Transrapid International GmbH & Co KG, Berlin, beteiligt. Dies entspricht nach Angaben der Industrie jedoch nicht dem zu liefernden Technikanteil. So war Adtranz für die ursprünglich geplante Transrapid-Strecke zwischen Hamburg und Berlin lediglich für die Lieferung der Wagenkästen und für die Innenausstattung zuständig.

Bereits vor einem Jahr hatte es Meldungen gegeben, dass Adtranz aus dem Konsortium aussteigen wolle. Die verlustreiche Daimler-Chrysler-Tochter hatte sich seinerzeit auch für eine Aufgabe der Transrapid-Pläne für Berlin-Hamburg ausgesprochen. Nun soll Adtranz vom kanadischen Bombardier-Konzern übernommen werden. Der Verkauf war zuletzt jedoch auf Schwierigkeiten gestoßen. Im Rahmen des Sanierungskonzeptes stößt Adtranz derzeit Geschäftsbereiche ab.

Die Verbindung zwischen dem Flughafen Schanghai und der Innenstadt ist die erste kommerzielle Strecke des Transrapid und soll auch den Weg für den Bau anderer, längerer Strecken in China ebnen. Bis Ende des Jahres müssten aber die Aufträge vergeben werden, damit das Ziel eingehalten werden kann, den Transrapid ab 1. Januar 2003 in Schanghai fahren zu lassen. Nach unbestätigten Berichten soll das gesamte Projekt mehr als 2,5 Milliarden Mark kosten.

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