Wirtschaft : Adtranz: In Hennigsdorf geht die Angst um

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Adtranz entstand 1996 durch die Zusammenlegung der Bahnsparten von Daimler-Benz und ABB Asea Brown Boveri. Bereits 1992 hatte die Daimler-Tochter AEG die LEW Schienenfahrzeuge Hennigsdorf GmbH von der Treuhand übernommen. Damit kehrte die AEG an einen alten Standort zurück. Beschäftigt wurden 1992 zunächst 4000 Personen.

Die Ziele, die man sich bei Adtranz beim Start am 1. Januar 1996 setzte waren ehrgeizig. Erzielt werden sollte ein Umsatzwachstum von zehn Prozent pro Jahr und eine Umsatzrendite von acht Prozent bis 1998. Nach Verlusten im Jahr 1997 übernahm Daimler-Chrysler das Unternehmen ganz. Im vergangenen Jahr setzte Adtranz 7,63 Milliarden Mark um. Der größte Teil wurde an den deutschen Standorten, Hennigsdorf, Siegen, Braunschweig, Frankfurt, Kassel, München und Mannheim erwirtschaftet. Allerdings trugen die deutschen Werke auch zu den Verlusten maßgeblich bei. Zwar erzielte Adtranz im vergangenen Jahr erstmals wieder einen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe, das Werk in Nürnberg soll aber geschlossen werden. Auch in Hennigsdorf zittern die 2600 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze, obwohl das Werk zu den modernsten weltweit gehört. Für den heutigen Mittwoch hat der Betriebsrat zu einer Versammlung eingeladen. Befürchtet wird, dass Bombardier in Europa die Fertigung von Regionalzügen und leichten Schienenfahrzeugen aufgeben muss. Das würde insbesondere Hennigsdorf treffen. Hinzu kommen Fertigungsüberschneidungen zwischen der Deutsche Waggonbau AG und Adtranz, beispielsweise im Wagenkastenrohbau.

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