Wirtschaft : Adtranz: Schienenfahrzeughersteller dementiert Fusionsgerüchte

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Der Schienenfahrzeughersteller Adtranz hat entschieden dementiert, mit dem Konkurrenten Bombardier/Deutsche Waggonbau (DWA) über eine engere Kooperation oder gar eine Fusion zu verhandeln. "Ein Zusammenschluss mit Bombardier steht derzeit nicht zur Diskussion, es gibt dazu keine Gespräche", sagte Konzernsprecher Han Tjan am Mittwoch dem Tagesspiegel. Alle anders lautenden Meldungen seien "pure Spekulation". Anfang der Woche hatte der "Spiegel" berichtet, die beiden Gruppen planten eine engere Kooperation, die später in eine Fusion münden solle. Grund sei vor allem das Vorpreschen von Siemens, der mit dem französischen TGV-Hersteller Alstom kürzlich die gemeinsame Entwicklung der vierten Generation der Hochgeschwindigkeitszüge vereinbart hatte, eine Beteiligung weiterer Unternehmen an dem Vorhaben aber ausschloss.

Gespräche mit Bombardier/DWA beschränkten sich ausschließlich auf "gemeinsame Projekte", sagte Han Tjan. So kooperieren beide bei dem 2,1-Milliarden-Mark-Auftrag für die neuen Berliner S-Bahn-Züge, der bereits zur Hälfte ausgeliefert ist, oder beim Regionaltriebzug GTW. Auch bei der S-Bahn für Hannover sowie ICE 2 und ICE 3 gibt es eine Zusammenarbeit - hier unter Beteiligung von Siemens. Anders als die Münchner aber, die in diesem Jahr bereits wieder Gewinne einfahren, stehen bei Adtranz und bei DWA noch massive Restrukturierungen und Stellenabbau an. Vor allem die Verluste von Adtranz nähren die Spekulationen, der Mutterkonzern Daimler-Chrysler wolle die Schienenfahrzeugsparte verkaufen.

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