Wirtschaft : AEG-Mutter kritisiert IG Metall

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Stockholm - Der Chef des schwedischen Haushaltsgeräteherstellers Electrolux, Hans Stråberg, hat gegenüber der IG Metall wieder einen schärferen Ton angeschlagen. Am Mittwoch hat er der Gewerkschaft den Missbrauch der 1700 AEG-Beschäftigten in Nürnberg vorgeworfen. In einem Interview mit der Stockholmer Zeitung „Svenska Dagbladet“ sagte Stråberg, die Gewerkschaft verfolge mit dem Streik gegen die von Electrolux geplante Produktionsverlagerung nach Polen in Wirklichkeit andere Ziele. „Als die Gewerkschaft nicht verhandeln wollte, obwohl wir wollten, führte das zu der natürlichen Frage, ob sie uns benutzt, um andere abzuschrecken“, sagte Stråberg der Zeitung. „Wir sind hier Steine in einem größeren Spiel, das auf Kosten unserer Beschäftigten in Nürnberg geht.“ Er sei nicht bereit, dieses Spiel mitzumachen.

Am Wochenende hatte sich der 48-jährige Konzernchef bei einem überraschenden Geheimtreffen in München nach anderthalb Wochen Streik mit der IG Metall auf die Aufnahme von Verhandlungen geeinigt. Das sei doch sehr erfreulich, hatte Stråberg verlauten lassen. Am Donnerstagnachmittag sollen die Gespräche statt- finden. Der bayerische DGB-Vorsitzende Fritz Schösser warnte vor überzogenen Erwartungen an die Gespräche zwischen der Gewerkschaft und dem Electrolux-Management. „Da wird sicher kein Ergebnis vom Himmel fallen, das zufrieden stellend sein wird.“

DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer sagte, es gehe bei dem Streik weiter darum, das Werk zu erhalten. „Es geht um Arbeitsplätze, um Zukunft, um Perspektiven für die Arbeitnehmer in ganz Deutschland“, sagte sie vor den Streikenden. Das Management wolle ohne Not 1700 Menschen in die Arbeitslosigkeit schicken. Die Gewerkschaften könnten nicht hinnehmen, dass trotz immer höherer Gewinne immer mehr Jobs vernichtet würden, sagte Engelen-Kefer. dpa

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