Änderungen im Mietrecht : Warum die Makler streiken wollen

Die Makler wehren sich gegen das neue Mietrecht. Der Verband hat zur Urabstimmung über einen Streik aufgerufen.

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Die Makler könnten bald streiken.
Die Makler könnten bald streiken.Foto: dpa

„Stell dir vor, es ist Makler- Streik – und alle lachen.“ Spott und Häme ergießen sich derzeit im Internet über einen Aufruf des Bundesverbands für die Immobilienwirtschaft. Der öffentlich bislang kaum in Erscheinung getretene BVFI ruft seine Mitglieder per „Urabstimmung“ auf, am 7. November die Arbeit niederzulegen. „Ja, wer dreht denn dann den Schlüssel um und sagt: ,Der Hausflur wird natürlich noch gemacht!’“, kommentierte ein Twitter-User die Aktion. „Ich bin für einen unbefristeten Maklerstreik“, ist an anderer Stelle zu lesen.

Am Streiktag stehen im Bundesrat die Änderungen im Mietrecht auf der Tagesordnung. Sie sehen vor, dass künftig nur noch für Maklerdienste bezahlen muss, wer sie auch bestellt hat („Bestellerprinzip“). Die Branche fürchtet, dass viele der rund 50 000 klassischen Makler mangels Aufträgen vor dem Aus stehen. Der BVFI geht von 10 000 aus, die wegen der Rechtsänderung aufgeben müssen.

Der Streikaufruf geht nach hinten los

Weil bislang überwiegend Wohnungssuchende für die Dienstleistung – in häufig zweifelhafter Qualität – zahlen müssen, geht der Streikaufruf aber nach hinten los. Statt die Öffentlichkeit für die Belange des ungeliebten Berufsstandes zu sensibilisieren, löst der BVFI Schadenfreude aus. Auch bei den etablierten Berufsverbänden stößt die Streikaktion auf scharfe Ablehnung. „Der Aufruf ist an Schwachsinn kaum zu überbieten“, sagte Markus Gruhn, Landesvorsitzender des Rings deutscher Makler, dem Tagesspiegel. Die „fragwürdige Vereinigung“ BVFI, hinter der eine gewinnorientierte GmbH stehe, mache sich lächerlich. „Das schadet den seriösen Maklern.“ Auch der Immobilienverband IVD ging auf Distanz.

Der BVFI kämpfte am Freitag mit unverhofft vielen, nicht registrierten Urabstimmungs-Teilnehmern. „In einem Fall wurde von einem Computer 2500 Mal abgestimmt“, sagte Vorstand Helge Norbert Ziegler dem Tagesspiegel. „Anfeindungen“ wie diese kenne der Verband seit seiner Gründung im Jahr 2010. Der Streik sei eine Reaktion darauf, „dass die Makler für alles verantwortlich gemacht werden, was auf dem Wohnungsmarkt schiefläuft“.

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