Wirtschaft : Ärger mit den Fliegern

Reisende beschweren sich häufiger über Fluggesellschaften als über die Deutsche Bahn

Carsten Brönstrup

Berlin - Reisende streiten deutlich häufiger mit Fluggesellschaften als mit der Bahn über Entschädigungen und schlechten Service. In den vergangenen drei Jahren beschwerten sich bislang rund 4200 Flugpassagiere, aber nur knapp 2500 Bahnkunden, wie die Schlichtungsstelle Mobilität am Donnerstag in Berlin berichtete. Die Einrichtung vermittelt bei Streits außergerichtlich und kostenlos zwischen Reisefirmen und Verbrauchern und wird vom Bund finanziert.

Annullierungen von Flügen, Verspätungen und verlorenes Gepäck sind die häufigsten Beschwerdegründe bei Fluggesellschaften, berichtete Birgit Zandke-Schaffhäuser, Leiterin der Schlichtungsstelle. Allerdings ist sie auf die Kooperation der Firmen angewiesen. Mit Lufthansa, Air Berlin, Germanwings und der LTU verweigern allerdings die wichtigsten deutschen Fluggesellschaften die Zusammenarbeit. Zandke-Schaffhäuser berichtete etwa von einem Fall, bei dem Flugreisende mit KLM von Düsseldorf über Amsterdam nach Mexico City fliegen wollten. Wegen Verspätungen hätten sie erst den Anschluss in Amsterdam verpasst, dann in Paris. In der Folge seien die Koffer kurzzeitig verloren gegangen, die in Mexiko gebuchte Rundreise konnten die Kunden nur mit drei Tagen Verspätung antreten. Das Unternehmen habe das Paar mit 100 Euro entschädigen wollen, durch die Intervention der Schlichtungsstelle seien es am Ende 300 Euro gewesen.

Bei den Bahn-Anbietern ärgerten sich Kunden meist über Verspätungen, nachträglich erhobene Fahrpreise, Probleme mit der Bahncard und beim Ticket-Umtausch. Im Zuge der Lokführer-Streiks sei die Zahl der Beschwerden spürbar in die Höhe geschnellt, sagte Zandke-Schaffhäuser. Insgesamt zeige sich die Bahn aber kooperativ. Carsten Brönstrup

www.schlichtungsstelle-mobilitaet.org

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