Wirtschaft : "Ärger mit Starter-Kits programmiert"

mo

Die Landeszentralbank in Berlin und Brandenburg (LZB) rechnet damit, dass die ersten Euro-Münzen, die die Banken vom 17. Dezember an an die Kunden gebührenfrei abgeben dürfen, in Ballungsräumen wie Berlin-Brandenburg innerhalb weniger Tage vergriffen sein werden. LZB-Präsident Klaus-Dieter Kühbacher kritisierte am Dienstag, die Banken hätten die Probe-Münzmischungen nur zögerlich bestellt. Auf Grund der sich abzeichnenden starken Nachfrage nach den ersten Euro-Münzen hatte die Bundesbank mit den Geschäftsbanken rechtzeitig vereinbart, dass die Institute bis zu einer Milliarde zusätzliche Euro-Münzen abgeben können. Und zwar entweder in loser Form oder in eigens durch die Banken hergestellte, den Starter Kits vergleichbaren Verpackungen. Einen Rechtsanspruch auf Euro-Münzen vor der offiziellen Bargeldeinführung zum 1. Januar 2002 gibt es aber nicht.

Ursprünglich hatte die Bundesbank in Absprache mit dem Bundesfinanzministerium - nicht zuletzt mit Rücksicht auf die Auslastung der Münzprägeanstalten - nur 53,5 Millionen Münzbeutel im Gegenwert zu 20 Mark herstellen und verteilen lassen. Obwohl die Verpackung pro Beutel 79 Pfennig koste, habe die Bundesbank die Münz-Mischung für die Geschäftsbanken kostenfrei verpackt, sagte Kühbacher. Wenn es nun Ärger bei der Ausgabe loser Münzen gebe, sei dies nicht Schuld der Bundesbank. Vielmehr sei bekannt, dass Bargeld für die Geschäftsbanken "nur buntes Papier" sei, das keine Zinsen bringe. Außerdem seien die Institute nur noch in unzureichendem Maße auf Bargeldtausch in größerem Ausmaß eingestellt. Es sei daher absehbar, dass es lange Warteschlagen geben werde. Bis zum Ablauf der Bestellfrist im Mai wurden von den Banken in der Sechs-Millionen-Region 2,3 Millionen Starter Kits bestellt. Auf eigene Rechnung hätten nur die Sparkasse und Volksbank noch weitere 200 000 Starter Kits nachfertigen lassen. Große deutsche Banken dagegen hätten sich "sehr bedeckt" gehalten.

Schwierigkeiten gibt es offensichtlich noch an anderer Stelle. Denn von den 40 Millionen der insgesamt 60 Millionen gedruckten Informations-Broschüren "Der Euro, unser Geld", die die Bundesbank an alle Haushalte im November verteilt haben will, sind viele gar nicht angekommen. LZB-Präsident Kühbacher erklärt das damit, dass die meisten Haushalte die offizielle Information nicht als solche erkannt und weggeworfen haben. Bundesbank-Sprecher Rüdiger Bengs räumte am Dienstag Probleme bei der Verteilung der Broschüren ein. Mit dem privaten Unternehmen, das die Bundesbank als "preisgünstigsten" Wettbwerber mit der Verteilung des Info-Blattes beauftragt habe, befinde man sich in juristischen Auseinandersetzungen. Je nach Region hätten bis zu 40 Prozent der Haushalte die Information nicht erreicht, sagte Bengs.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben