Wirtschaft : Ärzte trauen Chipkarte noch nicht Test für Gesundheitskarte

beginnt Ende des Jahres

Maren Peters

Berlin - Der Ärzteverband Hartmannbund hat vor überzogenen Erwartungen bei der elektronischen Gesundheitskarte gewarnt. „Wir rechnen nicht mit einer großen Verbesserung der Behandlungsqualität“, sagte die Vize-Vorsitzende Angelika Haus am Dienstag in Berlin. Zudem sei wenige Monate vor der geplanten Einführung der Karte noch vieles ungeklärt – etwa die Frage, wie sicher die Daten vor Manipulation seien und wer bei Datenverlust hafte. Bevor dies nicht geklärt sei, dürfe die Karte nicht eingeführt werden, mahnte die Funktionärin. Zudem sei die Ärzteschaft skeptisch, dass durch die Einführung der Karte tatsächlich Kosten gespart werden könnten.

Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass der Zeitplan zur Einführung der Gesundheitskarte eingehalten werden kann. Die Vorbereitungen der Selbstverwaltung aus Ärzten und Apotheken seien so weit fortgeschritten, dass die Karte im vierten Quartal – und damit planmäßig – in die Testphase gehen könne, sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus-Theo Schröder, der eine schnelle Umsetzung forderte. Wie viele und welche Testregionen es geben wird, soll nach Angaben Schröders in den nächsten Wochen entschieden werden. Zuvor müssten aber noch „einige technische Probleme geklärt werden“, sagte er.

Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums soll die Chipkarte vom kommenden Jahr an die bisherige Versicherungskarte ablösen. Die Herausforderung ist groß: 82 Millionen gesetzlich und privat Versicherte sollen die Karte einmal erhalten. Voraussetzung ist, dass rund 260 Krankenkassen mit 180 000 Arztpraxen, 22 000 Apotheken und 2000 Krankenhäusern vernetzt werden. Der Arzt soll künftig das Rezept elektronisch auf der Karte speichern, das der Apotheker dann abrufen kann. Später sollen auch medizinische Daten wie die Blutgruppe oder Allergien erfasst werden. Das letzte Wort darüber, welche Daten gespeichert und welche wieder gelöscht werden, soll der Patient haben.

Mit der Karte verbindet sich die Hoffnung, dass Nebenwirkungen von Medikamenten besser erfasst, Doppeluntersuchungen vermieden und dadurch Kosten gespart werden.

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