Wirtschaft : Ärzte

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Geld fließt im Gesundheitssystem erst, wenn der Arzt zum Stethoskop, zum Skalpell, zum Röntgengerät oder zum Rezeptblock greift. Deshalb schauen Politiker bei anstehenden Reformen zuerst auf die Mediziner – werden sie zum Sparen angehalten, steigen auch die Ausgaben der Krankenkassen nicht mehr so stark. Milliarden könnten zudem gespart werden, gäbe es weniger Doppeluntersuchungen in Praxen und Kliniken. Länder wie Finnland etwa setzen auf einen stärkeren Wissens und Datenaustausch von Allgemein- und Fachärzten in Gesundheitszentren – darüber denkt auch die Bundesregierung nach. Doch auch die Gehälter der Ärzte stehen in der Diskussion – sie sollen nach dem Willen der Kassen künftig sinken. Das gilt auch für die Kassenärztlichen Vereinigungen, bei denen die Funktionäre mit hohen Vergütungen bedacht werden. Und auch zur Senkung der Arzneimittelkosten sollen die Ärzte stärker beitragen als bisher. Eigentlich hatten sich die Ärzte verpflichtet, die Ausgaben für Arzneien durch die Verschreibung günstigerer Pillen und Salben in diesem Jahr um 4,7 Prozent zu senken. Das hat nicht geklappt. Deshalb wird die nächste Reform vermutlich den Ärzten stärkere Sanktionen auferlegen, wenn sie zu viele oder zu teure Arzneien verordnen. brö/pet

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