Wirtschaft : AG kann vom Erfolg des Modells nicht profitieren - der Marktanteil in Deutschland schrumpft

Der Opel Astra war 1999 Europas meistverkauftes Auto vor dem VW Golf. Mit 745 000 Neuzulassungen übertraf er nach Opel-Angaben vom Mittwoch seinen VW-Hauptkonkurrenten um 22 000 Stück. Im Jahr zuvor hatte der Golf noch die Nase vorn. Der Astra erreichte zugleich mit einer Gesamtjahresproduktion von europaweit 762 453 Einheiten eine neue Rekordmarke. Er übertraf damit alle bisherigen Opel-Bestmarken einschließlich seines Vorgängers Kadett.

Insgesamt verkaufte die Adam Opel AG im vergangenen Jahr in Westeuropa 1,6 Millionen Fahrzeuge der Marke Opel und der britischen Schwester Vauxhall. Das waren 5,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor zuvor. Der Markanteil von Opel/Vauxhall in Westeuropa sei damit leicht von 10,90 auf 10,94 Prozent gestiegen, teilte der Konzern mit.

Auf dem deutschen Markt hat Opel dagegen die selbst gesteckten Ziele für 1999 nicht erreicht. Trotz massiver Verkaufshilfen und der Erfolgsmodelle Astra und Zafira wurde mit rund 524 000 verkauften Pkw lediglich ein Marktanteil von 13,8 Prozent auf dem deutschen Markt erzielt. Vor einem Jahr hatte der stellvertretende Opel-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Strinz 15 Prozent als "Zielmarke für 1999" genannt.

Der Rückgang gehe vor allem darauf zurück, dass man zu Beginn des Jahres einen Gesamtmarkt von 3,5 Millionen Fahrzeugen in Deutschland erwartet und sich in der Produktion darauf eingestellt habe, sagte Unternehmenssprecher Bruno Seifert am Mittwoch auf Anfrage. An dem dann auf rund 3,8 Millionen Fahrzeuge gewachsenen Markt habe Opel dadurch nicht voll partizieren können. Er verwies aber darauf, dass die Rüsselsheimer Autobauer im Vorjahr ihre Produktion um über 50 000 Fahrzeuge auf 1,2 Millionen Wagen steigern konnte. Dies sei das beste Produktionsergebnis seit den Boomjahren 1991/92.

Die umfangreichen Verkaufshilfen in Deutschland schlagen sich allerdings im Ergebnis nieder. Nach unbestätigten Presseberichten wird Opel für 1999 einen Betriebsverlust von erneut mehr als 800 Millionen Mark aufweisen. Das Unternehmen wollte dazu am Mittwoch keine Angaben machen. Opel-Chef Robert Hendry hatte kürzlich erklärt, Opel werde nach einem "Konsolidierungsjahr 2000" im Jahr darauf in die Gewinnzone zurückkehren.

BMW durch Rover belastet

Den Autokonzern BMW belasten unterdessen immer neue Spekulationen über die Misere der Tochter Rover. Der britische Branchenexperte Peter Schmidt schätzt die Verluste von Rover für 1999 auf rund drei Milliarden Mark. Ohne den "Mühlstein Rover um den Hals" sei BMW "ein Juwel", sagte Schmidt in einem Interview des Magazins "Stern". Daher wäre eine Übernahme des britischen Herstellers durch Volkswagen für beide Konzerne sinnvoll. VW habe aufgrund seiner Plattformstrategie deutlich bessere Chancen, Rover wieder flott zu machen. BMW-Sprecher Uwe Mahla erklärte dazu: "Die Bücher sind noch nicht abgeschlossen. Mit Schätzungen geben wir uns nicht ab." Im Jahr 1998 hatte Rover ein Minus von fast 1,9 Milliarden Mark eingefahren.

"Juwel" unter den deutschen Autobauern bleibt unterdessen Porsche. 2500 Führungskräfte wählten den Stuttgarter Sportwagenhersteller in einer Umfrage des "Manager Magazins" zum besten deutschen Unternehmen. Auf weiteren Plätzen folgen DaimlerChrysler, BMW, Audi, VW, SAP, Mannesmann Mobilfunk, Coca-Cola, Dasa und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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