Ageb-Studie : Energieverbrauch auf 70er-Jahre-Niveau gefallen

Die Deutschen sparen zunehmend an Strom, Gas und Heizöl; die warme Witterung des Jahres 2007 und die hohen Preise haben ihr Übriges getan und den Energieverbrauch in Deutschland auf das Niveau von 1970 abgesenkt.

Energie
Immer mehr Hausbesitzer steigen auf sparsame Fenster um, die das Gebäude besser abdämmen. -Foto: ddp

KölnHohe Preise und milde Temperaturen vor allem in den ersten vier Monaten haben den Energieverbrauch in Deutschland 2007 auf das Niveau der 70er Jahre fallen lassen. Der Verbrauch von Primärenergien lag mit 472 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) um fünf Prozent unter dem Wert von 2006, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (Ageb) nach vorläufigen Zahlen mit. Damit sei der Energieverbrauch nur etwa so hoch wie zur Mitte der 70er Jahre ausgefallen. Der Anteil der erneuerbaren Energien stieg dabei auf 6,6 Prozent - nach 5,4 Prozent 2006.

Beim Mineralöl sank der Verbrauch um zehn Prozent auf knapp 160 Millionen Tonnen SKE. "Das ist der niedrigste Stand seit 1970", betonte die von Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und Forschungsinstituten getragene Ageb in ihrer jährlichen Bilanz. Der Anteil des Mineralöls am gesamten Energieverbrauch ging damit auf 33,8 Prozent zurück. Beim Heizölabsatz wurde wegen warmer Witterung und hoher Preise sogar ein Minus von 36 Prozent errechnet. Einen Zuwachs konnten lediglich Bio-Kraftstoffe und Flugbenzin verbuchen.

Beim Erdgasabsatz sank der Verbrauch um 4,5 Prozent auf 107 Millionen Tonnen SKE, wobei die Gasversorger vor allem in den ersten vier milden Monaten deutliche Absatzrückgänge hinnehmen mussten. Vor allem die Privathaushalte sparten laut Ageb deutlich.

Anteil der Kernenergie deutlich gesunken

Einen wachsenden Bedarf gab es dagegen bei Steinkohle - mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 66,6 Millionen Tonnen SKE. Es sei mehr Steinkohle zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt worden, berichtete die Ageb. Der Anteil der Steinkohle am gesamten Energieverbrauch stieg auf 14,1 Prozent. Die Braunkohle erhöhte ihren Anteil leicht auf 11,7 Prozent.

Der Beitrag der Kernenergie zum Energieaufkommen sank laut Bilanzbericht deutlich um 16 Prozent, weil einige Kraftwerke nicht oder nur teilweise in Betrieb waren. Die Stromerzeugung aus Windenergie stieg dagegen kräftig um mehr als 30 Prozent. SKE ist eine Maßeinheit zum Vergleich des Energiegehalts verschiedener Primärenergieträger wie Erdgas, Braunkohle oder Benzin. (jvo/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben