Wirtschaft : Agfa-Aktien gehen mit 22 Euro an den Start

LEVERKUSEN (AFP).Die Aktien der Bayer-Tochterfirma Agfa-Gevaert NV kosten zum Börsenstart am Dienstag 22 Euro (43,03 DM) und liegen damit eher am unteren Ende der möglichen Preisspanne von 21 bis 26 Euro.Die Erstausgabe der Foto-Aktie für mehr als drei Mrd.DM sei der größte Börsengang in der belgischen Geschichte und der zweitgrößte Deutschlands, erklärte die Bayer AG am Sonntag in Leverkusen.Während des Bieterverfahrens in den vergangenen beiden Wochen habe die Nachfrage das Angebot "deutlich" überstiegen.Bayer-Sprecher Michael Schade sagte, dies gelte erwartungsgemäß vor allem für Belgien, den Heimatmarkt des Konzerns: Rund die Hälfte der zum Verkauf angebotenen Agfa-Anteile gehen an belgische Anleger, etwa ein Viertel nach Deutschland und das verbleibende Viertel an institutionelle Anleger.

Die Agfa-Aktie soll ab 1.Juni an den Börsen in Brüssel und Frankfurt (Main) gehandelt werden.Fest verkauft sind bereits 70 Mill.Anteile; damit erreicht die Ausgabe ein Volumen von mindestens 1,54 Mrd.Euro (3,012 Mrd.DM).Nach Angaben Schades wollen die Konsortialbanken unter der Führung von Deutscher Bank sowie Goldman Sachs in den kommenden vier Wochen entscheiden, ob sie auch ihre Mehrzuteilungsreserve, den sogenannten Greenshoe, mit einem gesamten möglichen Umfang von weiteren sieben Mill.Aktien ausschöpfen.Ein Gesamtpaket aus 77 Mill.Agfa-Aktien wäre gemessen am Einstandspreis 1,694 Mrd.Euro (3,313 Mrd.DM) wert.Bayer betonte, das Unternehmen und seine Foto-Tochter seien ebenso wie die plazierenden Banken überzeugt, daß der Ausgabepreis von 22 Euro attraktiv sei "und den Aktionären für die Zukunft ein gutes Entwicklungspotential bietet".

Bayer bot zunächst die Hälfte der Anteile an Agfa-Gevaert NV privaten und institutionellen Anlegern in Deutschland und Belgien sowie institutionellen Investoren im übrigen Europa an.Der Chemieriese will im ersten Schritt mindestens 30 Prozent der Aktien behalten.15 Prozent werden an die belgische Finanzholding Gevaert NV verkauft, die nach einem Jahr weitere zehn Prozent der Agfa-Anteile von Bayer übernehmen kann.Fünf Prozent stellte Bayer für den Greenshoe zur Verfügung, um die Zahl der Aktien bei großer Nachfrage über das ursprünglich geplante Volumen hinaus zu erhöhen.Die Agfa-Gruppe mit Sitz in Mortsel bei Antwerpen gehört Bayer zufolge mit einem Jahresumsatz von 8,5 Mrd.DM und 22 000 Mitarbeitern zu den weltweit führenden Anbietern von Foto-Systemen.

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