Wirtschaft : Agrarwende: Den Supermarkt noch lange nicht erreicht

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Bis zur Agrarwende im Supermarkt ist es nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) noch ein weiter Weg. Zurzeit betrage der Anteil der Bio-Lebensmittel im Regal der Einzelhändler gerade ein bis zwei Prozent, heißt es in einer Studie des Instituts für Markt, Umwelt, Gesellschaft (imug), die der Auftraggeber BUND am Montag in Berlin vorstellte. Das Ziel von Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne), innerhalb von zehn Jahre den Anteil von Lebensmitteln aus ökologischem Landbau auf 20 Prozent zu steigern, nannte imug-Geschäftsführer Ingo Schoenheit vor diesem Hintergrund "ausgesprochen ehrgeizig". Bei zu vielen Lebensmitteln gebe es noch überhaupt keine Öko-Alternative.

In der imug-Studie waren insgesamt 23 Unternehmen des Lebensmittel-Einzelhandes angeschrieben worden, nur elf - darunter Karstadt-Quelle, Rewe, Tengelmann und Spar - hatten geantwortet. Danach schneidet der hessische Regional-Anbieter tegut am besten ab. Das Sortiment umfasse bereits 1000 Öko-Artikel und decke alle Sortimentsbereiche ab, heißt es in der Studie. Bereits heute mache das Unternehmen sieben Prozent des Gesamtumsatzes von rund zwei Milliarden Mark mit Bioprodukten. "Das zeigt, dass es geht", sagte BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm. Bei den meisten anderen Handelsunternehmen, liege der Umsatzanteil mit Bioprodukten dagegen nur bei ein bis zwei Prozent, bei einigen - wie Edeka und Norma - sogar noch darunter. Im Durchschnitt hätten viele deutsche Supermärkte erst 200 Bioprodukte im Angebot - bei einem Gesamtsortiment durchschnittlich bis zu 25 000 Artikeln.

BUND-Geschäftsführer Timm forderte die Handelsketten auf, die Produktpalette der Bio-Produkte auszuweiten und entsprechend zu bewerben. Ziel sei es, das Angebot so auszuweiten, dass zumindest für jedes Grund-Lebensmittel auch eine Öko-Variante im Angebot sei. Größte Kaufbarriere für Ökoprodukte ist laut Timm aus Sicht der Verbraucher nicht der höhere Preis, sondern vor allem die Verfügbarkeit und Erreichbarkeit der Produkte.

Die elf Unternehmen, die Auskunft über ihr Sortiment gegeben hatten, nannten das Fehlen eines verlässlichen Öko-Kennzeichens, geringe Kundenresonanz, zu hohe Preise und zu wenig Produkt-Alternativen von Seiten der Hersteller als Grund für ihr geringes Bio-Angebot. Am Mittwoch will der BUND in Potsdam eine bundesweite Kampagne für die Ausweitung der Bio-Angebote starten.

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