Wirtschaft : Agrevo steigt im US-Saatgutmarkt ein

BERLIN/MINNEAPOLIS .Die Pflanzenschutztochter von Hoechst und Schering, die Agrevo GmbH, übernimmt für 650 Mill.Dollar (rund 1,17 Mrd.DM) das Saatgutgeschäft des US-Konzerns Cargill.Das teilte Agrevo, Frankfurt (Main)/Berlin, am Montag in Berlin mit.Das Unternehmen gewinnt mit einer der größten Firmenübernahmen in der europäischen Pflanzen-Gentechnik den direkten Marktzugang für Mais-Biotech-Produkte in Nordamerika.Der Kontinent gilt als weltgrößter Saatgutmarkt für Mais.

Der Kauf des unter Cargill Hybrid Seeds North America (CHS) firmierenden Saatgutgeschäftes von Cargill, Minneapolis/Minnesota, umfasse die Forschungs- und Produktionsstätten in 14 US-Bundesstaaten und einer kanadischen Provinz.Die Übernahme werde voraussichtlich am 2.November abgeschlossen sein.

Der Vorsitzende der Agrevo-Geschäftsführung, Gerhard Prante, sagte, die Akquisition sei ein weiterer Schritt, um das Geschäft in Nordamerika auszubauen.Durch den gesicherten Zugang zu Elite-Zuchtmaterial sei die Grundlage geschaffen worden, um mit den Biotechprodukten des Unternehmens weitere Marktanteile zu gewinnen.Gemeinsam könnten Agrevo und CHS zu einer schlagkräftigen Organisation in den Vereinigten Staaten und anderen Maissaatgutmärkten werden.

Für die Vermarktung der Gentechnik-Produkte, die nach Firmenangaben die Erträge und Produktivität der Agrarprodukte deutlich steigern sollen, sei ein Saatguthersteller nötig gewesen.Agrevo verwies darauf, daß im Jahr 2000 etwa 45 Prozent der gesamten US-Maisernte gentechnisch verändert sein wird.

Agrevo erzielte 1997 mit weltweit 8500 Beschäftigten in mehr als 70 Ländern einen Umsatz von 4,1 Mrd.DM.An dem Unternehmen ist Schering zu 40 Prozent und Hoechst zu 60 Prozent beteiligt.CHS hat im Geschäftsjahr 1997/1998 (31.Mai) einen Umsatz von 106 Mill.US-Dollar (rund 180 Mill.DM) verzeichnet.Der Marktanteil am US-Markt für Mais-Saatgut betrage vier Prozent.

Ein Sprecher bezeichnete den Kaufpreis, der mehr als das Sechsfache des CHS-Umsatzes ausmacht, als angemessen.Die Preise für Saatgutfirmen, die Türöffner für die Vermarktung von Gentech-Produkten seien, seien zuletzt deutlich gestiegen.Es sei auch schon das Dreißigfache des Umsatzes bezahlt worden."So gesehen ist die Übernahme noch preiswert", meinte der Sprecher.

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