Air Berlin und Etihad Airways : Länderchefs unterstützen Gemeinschaftsflüge

Drei Länderchefs, darunter der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller, haben sich für die Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad stark gemacht. Das Bundesverkehrsministerium hatte angedroht, sie nicht mehr zu genehmigen.

von
Air Berlin kooperiert mit dem Partner Etihad. Dafür bekommt die Airline Rückendeckung aus der Berliner Politik.
Air Berlin kooperiert mit dem Partner Etihad. Dafür bekommt die Airline Rückendeckung aus der Berliner Politik.Foto: dpa

Die im Bundesverkehrsministerium umstrittene Partnerschaft von Air Berlin mit der arabischen Etihad Airways hat den Segen von wenigstens drei Ministerpräsidenten. „Wir alle wollen, dass Air Berlin ihre Code-Share-Flüge mit Etihad weiterhin anbieten kann“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) der dpa. Er verwies auf eine gemeinsame Initiative mit Hannelore Kraft (SPD/Nordrhein-Westfalen) und Winfried Kretschmann (Grüne/Baden-Württemberg). Air Berlin ist an den Flughäfen in Berlin, Düsseldorf und Stuttgart ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Länderchefs haben Verkehrsminister Dobrindt einen Brief geschrieben

Die drei Regierungschefs hätten – wie erst jetzt bekannt wurde – bereits Ende April ähnlich lautende Briefe an Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geschrieben, teilte die Berliner Senatskanzlei auf Nachfrage mit. Hintergrund war, dass Dobrindt zuvor angedroht hatte, 34 der insgesamt 68 Flugverbindungen, die die Airlines unter gemeinsamer Flugnummer (Code-Share) durchführen, künftig nicht mehr genehmigen zu wollen. Ein Argument: Die arabische Etihad, die aufgrund bilateraler Abkommen nur eine begrenzte Zahl von Airports anfliegen darf, würde den Wettbewerb in unzulässigem Umfang beeinflussen. Für den laufenden Sommerflugplan war diese Praxis aber noch einmal toleriert worden.

„Wir erwarten, dass die Flüge so wie bisher weitergeführt werden können“, legte Müller jetzt nach. Air Berlin brauche für das internationale Geschäft einen Partner, der Strecken übernehme, wo Air Berlin sie selbst nicht anbiete. „Diese Partnerschaft will Dobrindt aus Wettbewerbsgründen einschränken“, kritisierte der Berliner Regierungschef. Ein Air-Berlin-Sprecher zeigte sich dankbar für die Unterstützung, wollte aber nicht den Eindruck erwecken, dass der Winterflugplan, den das Luftfahrt-Bundesamt bis zum 25. Oktober genehmigt haben muss, akut gefährdet ist. „Air Berlin geht davon aus, dass die Codeshare-Flüge weiterhin genehmigt werden, so wie sie in den vergangenen acht Flugplanperioden genehmigt wurden“, sagte er.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben