Wirtschaft : Air France geht an die Börse

20 Prozent der Staats-Airline werden 1998 privatisiert PARIS (AFP).Die bislang staatliche französische Fluggesellschaft Air France geht mit mehrmonatiger Verspätung nun doch an die Börse.Der sozialistische Finanz- und Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn kündigte am Montag in Paris an, in diesem Jahr mit der Teilprivatisierung der traditionsreichen Fluglinie zu beginnen.An der Börse sollen bis zu 20 Prozent des Air-France-Kapitals in den freien Handel gelangen.Weitere zehn Prozent sind für Piloten und andere leitende Angestellte gedacht, die im Gegenzug aber Gehaltseinbußen hinnehmen sollen.Die Mehrheit der Anteile behält der Staat.Mittelfristig sei an eine staatliche Beteiligung von 53 Prozent gedacht, sagte Strauss-Kahn.Der reine Staatsanteil werde bis Ende 1998 von 95 Prozent (fünf Prozent sind in der Hand von anderen Staatsunternehmen wie der Eisenbahn SNCF oder der Großbank Crédit Lyonnais) auf 67 Prozent sinken. Die Teilprivatisierung sollte eigentlich bereits im vergangenen Jahr über die Bühne gehen, wurde aber ebenso wie andere Privatisierungsprojekte nach dem Wahlsieg der Linksparteien bei den vorgezogenen Parlamentswahlen gestoppt.Den genauen Termin für den Gang an die Börse ließ die Regierung zunächst offen.Die Aktion wird dem französischen Staat vermutlich mindestens vier Mrd.Franc (knapp 1,2 Mrd.DM) in die Kassen bringen.Der Wert der Fluglinie wird auf mindestens 20 Mrd.Franc (knapp sechs Mrd.DM) geschätzt.Derzeit zählt das Unternehmen, das jahrelang tief in den roten Zahlen flog, 46 000 Beschäftigte.Für das Geschäftsjahr 1997/98 rechnet Air France mit einem Gewinn von mindestens 1,7 Mrd.Franc (knapp 510 Mill.DM).

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