Wirtschaft : Airbus beflügelt EADS

Starke Nachfrage könnte zu Lieferengpässen führen

Paris - Bei der EADS-Tochter Airbus kommt man mit dem Zählen der Flugzeugaufträge kaum noch nach. „Der Auftragseingang stieg um 89 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro“, sagte EADS-Chef Louis Gallois am Freitag bei der Vorlage der Geschäftszahlen fürs erste Halbjahr 2011. Getrieben vom Zivilgeschäft kletterte der EADS-Umsatz in den ersten sechs Monaten um acht Prozent auf 21,9 Milliarden Euro, der Auftragsbestand stieg auf beachtliche 453 Milliarden Euro.

Doch der schwache Dollar und das britische Pfund drückten auf das Ergebnis: Vor allem bedingt durch Wechselkurseffekte stand unterm Strich nur ein Überschuss von 109 Millionen Euro, 41 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch die unerwartet große Auftragslawine vor allem für den neuen verbrauchsarmen Mittelstreckenjet A320neo bringt Probleme mit sich. Der Nachfrageboom nach dem Sparflieger könnte zu Lieferengpässen führen.

„Nicht die maximale Kapazität unserer Fertigungswerke ist unsere Hauptsorge, sondern die unserer Zulieferer“, erklärte Gallois, der fürs Gesamtjahr Auslieferungen von bis zu 530 Flugzeugen erwartet. Viele Zulieferer wie etwa Triebwerkhersteller CFM beliefern auch den Airbus-Rivalen Boeing, der ebenfalls die Produktion ankurbeln will. Die Fertigung der 737 etwa will der US-Konzern von 31,5 auf 42 Maschinen pro Monat hochfahren.

Im Rüstungsgeschäft litt EADS weiter unter den Kürzungen in den europäischen Rüstungsetats. Der Umsatz der Sparte Cassidian, die unter anderem den Kampfjet Eurofighter baut, sank um zwei Prozent. Besser lief es für den Hubschrauber-Hersteller Eurocopter, der seinen Gewinn weiter steigern konnte. Die Raumfahrttochter Astrium verdiente trotz höherer Erlöse etwas weniger als ein Jahr zuvor. EADS-Finanzchef Hans Peter Ring kündigte für das zweite Halbjahr weitere Zukäufe an. dpa

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