Airbus : Erster A380 ausgeliefert

Endlich hat es Airbus geschafft: Mit fast zwei Jahren Verspätung hat der europäische Flugzeugbauer das erste Exemplar des Großraumjets A380 an einen Kunden ausgeliefert.

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Singapore Airlines ist der erste Abnehmer des Airbus A380. -Foto: AFP

ToulouseIn einer Zeremonie vor gut 500 Gästen am Airbus-Sitz im südwestfranzösischen Toulouse übergab Konzernchef Thomas Enders die größte Passagiermaschine der Welt an den Erstkunden Singapore Airlines. Der A380 hat standardmäßig Platz für 525 Passagiere in drei Klassen. Mit engeren Stuhlreihen kann die doppelstöckige Maschine bis zu 853 Menschen befördern. Airbus hat bisher 189 Festbestellungen und Kaufabsichten von 16 Kunden für das 73 Meter lange Flugzeug.

Enders würdigte die jahrelange Arbeit der Mitarbeiter und Zulieferer an der Maschine und dankte den Kunden, die trotz der Verzögerungen bei der Stange geblieben seien: "Wir sind dankbar für die Unterstützung, die sie Airbus geleistet haben, und für ihre Treue in schwierigen Momenten", sagte der Chef des Flugzeugbauers.

Airbus bietet den A380 für Verbindungen zwischen Großflughäfen rund um den Globus an; er soll damit die 747 des US-Konkurrenten Boeing ablösen. Boeing selbst geht dagegen heute davon aus, dass in der Luftfahrt Direktflüge auch zu kleineren Airports wichtiger werden und setzt daher auf die kleinere 787 Dreamliner.

Lieferverzögerungen wegen technischer Probleme

Wegen technischer Probleme hatte Airbus die Auslieferung der Maschine, die laut Katalog 319,2 Millionen Dollar (225,6 Millionen Euro) kostet, mehrfach verschieben müssen. Bis heute gibt es in der Fertigung Probleme mit der Verkabelung. Die ersten 25 Maschinen müssen deshalb noch von Hand nachverkabelt werden. 2008 will Airbus 13 A380 ausliefern, 2009 dann 25 und 2010 45. Insgesamt verursachen die Verzögerungen bei dem Flugzeug voraussichtlich mehr als sechs Milliarden Euro Einnahmeausfälle und Kosten.

Airbus musste deshalb den Sparplan "Power 8" auflegen, der den Abbau von 10.000 Stellen sowie den Verkauf von Werken vorsieht. Zudem sehen sich Manager und Großaktionäre der Konzernmutter EADS dem Vorwurf ausgesetzt, vor der Bekanntgabe der Lieferverzögerungen beim A380 mit Insiderwissen massiv Aktien verkauft zu haben. (mit AFP)

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