Wirtschaft : Airbus: Europa feiert sich als Supermacht Vorstellung des A380 als Triumph über die USA

Nicole Huss

Toulouse - Mit einer spektakulären Lasershow hat der europäische Flugzeughersteller Airbus am Dienstag in Toulouse vor mehr als 5000 Gästen aus aller Welt und den vier Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien das weltweit größte Passagierflugzeug A380 präsentiert. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte, dies sei ein „Triumph europäischer Ingenieurskunst.“ Die „Traditionen des guten alten Europa“ hätten diesen großen Tag ermöglicht, der „ein Stück europäischer Industriegeschichte“ schreibe.

Schröder rief die EU-Kommission auf, in den Verhandlungen mit den USA über Subventionen für den Flugzeugbau „fair und selbstbewusst“ die europäische Flagge hochzuhalten. „Wenn wir die Kräfte dieser Länder bündeln, dann sind nicht nur technologische Höchstleistungen erreichbar.“ Die beteiligten Regierungen hätten „industriepolitisch nach den Sternen gegriffen und einen wesentlichen Teil davon jetzt in der Hand.“ Frankreichs Staatspräsident Jaques Chirac nannte den A380 ein „menschliches Wunderwerk.“ Die vier Airbus-Staaten haben das Projekt mit 3,2 Milliarden Euro Kredit gefördert.

Der Airbus-Mutterkonzern EADS müsse die Kooperation mit Russland mit mehr Energie vorantreiben und neue Partnerschaften suchen. „Das Boot ist nicht voll.“

Der doppelstöckige Großraumjet mit bis zu 853 Sitzplätzen, für den bisher 149 Bestellungen vorliegen, soll Mitte 2006 in den Liniendienst gehen. Der Jungfernflug solle nun Anfang April stattfinden, bisher war er noch für Ende März geplant gewesen.

Airbus-Produktionschef Gustav Humbert sagte dem Tagesspiegel, der A380 sei bereits bis zum Jahr 2010 ausverkauft. „Wenn die Nachfrage weiter steigt, müssen wir überlegen, ob wir ab 2009 die Produktion hochfahren“, sagte er. Humbert zufolge rechnet Airbus bis Ende dieser Woche mit einem weiteren Auftrag aus Asien. Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um Air China, China Southern oder Cathay Pacific handeln. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sagte, er rechne fest mit einem Erfolg des A380, und stellte weitere Bestellungen durch die Lufthansa in Aussicht. Airbus zeigte sich überzeugt davon, auf absehbare Zeit nicht mehr vom Konkurrenten Boeing eingeholt werden zu können.

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