Airbus : Fünf deutsche Werke vor dem Aus?

Der Airbus-Konzern will sich nach einer Zeitungsmeldung von fünf deutschen Standorten mit insgesamt 6600 Beschäftigten trennen. Sie sollen schnellstmöglich verkauft und nur noch als Zulieferer weiterbetrieben werden.

Hamburg - Betroffen sind der "Bild"-Zeitung zufolge die niedersächsischen Werke in Nordenham (2200 Mitarbeiter), Stade (1600 Mitarbeiter), Varel (1300 Mitarbeiter), Buxtehude (400 Mitarbeiter) sowie Laupheim in Baden-Württemberg (1100 Mitarbeiter). Die Beschäftigten sollten Insidern zufolge zwar ihre Arbeitsplätze behalten, müssten sich aber auf schlechtere Tarifbedingungen einstellen, berichtet das Blatt weiter.

Unterdessen streiten SPD und Union weiter um einen staatlichen Einstieg beim deutsch-französischen Mutterkonzern EADS. "Aus ordnungspolitischen Gründen sollte nicht der Staat eingreifen. Die Anteile sollten in privater Hand bleiben", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Laurenz Meyer (CDU), der "Berliner Zeitung". Wichtig sei es aber, dass die deutschen Anteile an EADS in Deutschland gehalten würden. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Ludwig Stiegler befürwortete dagegen den Einstieg der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei EADS. Damit könne der "Einfluss Deutschlands in diesem industriepolitisch zentral wichtigen Unternehmen" gewahrt werden, sagte Stiegler dem Blatt.

Laurenz-Meyer fordert faires Management

Meyer und Stiegler warnten angesichts des drohenden Stellenabbaus bei Airbus vor einer Benachteiligung der deutschen Standorte. Es müsse sichergestellt werden, dass das französische Management "nicht alles an sich reißt", sagte Stiegler. Bei Kürzungen müsse es eine faire Lastenverteilung zwischen den deutschen und den französischen Standorten geben. Auch Meyer warnte: "Arbeitsplätze dürfen nicht einseitig in Deutschland abgebaut werden." Der neue Airbus-Chef müsse erkennen, dass es sich bei EADS und auch bei Airbus um ein Gemeinschaftsunternehmen handele. "Das bedeutet, dass die Befindlichkeiten auf beiden Seiten berücksichtigt werden müssen", sagte Meyer. Er warnte davor, das Management einseitig französisch auszurichten. "Die deutsche Seite muss weiter im Management verankert bleiben". (tso/AFP)

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