Wirtschaft : Airbus-Mutter ohne neue Spitze auf Luftfahrtmesse

EADS sagt Pressekonferenz in Paris wegen Führungsstreit ab / 60 Bestellungen für den A350

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Berlin Die weltweit größte Luft- und Raumfahrtmesse in Le Bourget bei Frankreich hat für den europäischen EADS- Konzern mit einer schlechten Nachricht begonnen. Da die Führungskrise im Konzern noch immer nicht beigelegt worden ist, hat EADS seine für Dienstag geplante Pressekonferenz ersatzlos abgesagt. Der Schritt gilt als Eingeständnis einer strategischen Blockade beim europäischen Unternehmen.

Die EADS-Großaktionäre Daimler- Chrysler und Sogeade (Lagardère und der französische Staat) blockieren sich seit einem halben Jahr im Streit um die Führungsstruktur bei EADS und der Konzerntochter Airbus. Der bisherige Airbus-Vorstand Noël Forgeard und der Deutsche Thomas Enders, bisher Chef der EADS-Militärsparte, warten seit Wochen auf ihre Bestätigung als Co-Chefs von EADS. Forgeard versucht – mit der Unterstützung des französischen Großaktionärs – weiterhin Einfluss bei Airbus zu bewahren, Daimler-Chrysler wehrt dies jedoch ab. Der Deutsche Gustav Humbert, bisher Airbus Vize-Chef, soll die Airbus-Führung komplett von Forgeard übernehmen. Dennoch konnte Airbus am Montag in Le Bourget auch eine erste Erfolgsmeldung verbuchen: Die Fluggesellschaft Qatar Airways will bis zu 60 Maschinen von dem neuen Airbus-Typ A350 bestellen. Diesen geplanten Großauftrag teilte das Unternehmen in Le Bourget mit. Damit hat sich der A 350 bei Qatar Airways gegen das Konkurrenzprodukt von Boeing, den Dreamliner 787, durchgesetzt. Airbus hatte zuvor angekündigt, dass im Laufe der Messe 100 Verträge für den A350 bekannt gegeben würden. Der Dreamliner von Boeing hat jedoch schon 266 Bestellungen.

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat am Montag die Messe offiziell eröffnet, zu der 300 000 Besucher erwartet werden. Rund 200 Flugzeuge und Helikopter werden bei dem Branchentreffen der Öffentlichkeit präsentiert. Als Star gilt der Riesenairbus A380, der Ende April seinen ersten Testflug erfolgreich absolviert hatte. fw/dpa

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