Wirtschaft : Airbus-Mutter wächst jenseits von Europa

EADS steigert Gewinn im ersten Quartal / Kooperation mit russischen Firmen wird ausgebaut

Bernd Hops

Berlin - Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist mit einem Umsatz- und Gewinnsprung in das neue Geschäftsjahr gestartet. Das Führungsduo Thomas Enders und Noel Forgeard stellte am Dienstag auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (Ila) in Berlin die Eckpunkte des ersten Quartals vor. Im Vergleich zum Vorjahresquartal kletterte der Umsatz demnach um rund 30 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 19 Prozent auf 780 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr geht EADS weiterhin von 3,2 bis 3,4 Milliarden Euro als Ebit aus.

Bei Verkehrsflugzeugen profitiert die EADS-Tochter Airbus vor allem von Bestellungen aus Asien. Auch die übrigen Sparten arbeiten an einer stärkeren internationalen Ausrichtung. Konzernchef Forgeard betonte jedoch: „Das globale Wachstum wird nicht zu Lasten unserer europäischen Heimat gehen.“ EADS wolle die Basis in Deutschland und Frankreich sogar stärken, sagte Forgeard. Allerdings mache dem Unternehmen der Mangel an Ingenieuren zu schaffen. Es sei absehbar, dass es ab 2010 eine immer größere Lücke geben werde. Auf der Ila besiegelte EADS eine weitere internationale Kooperation. Mit den beiden russischen Flugzeugbauern Mig und Irkut wurde – unter den Augen von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) – eine Vereinbarung unterzeichnet, dass in Russland ab 2011 die Modelle A320 und A321 zu Frachtflugzeugen umgebaut werden sollen. Aber auch hier gelte, dass nicht ausschließlich die internationalen Partner profitieren würden, sagte Forgeard. Auch die Dresdner Tochter Elbe Flugzeugwerke (EFW), die schon heute Airbus-Maschinen zu Transportern umbaut, würde beteiligt.

Ansonsten werden russische Firmen schon heute immer wichtiger als Teilelieferanten. In Zukunft soll auch bei dem Design und der Produktion von Komponenten des neuen Langstreckenfliegers A350 kooperiert werden. Auch die gemeinsame Entwicklung eines Airbus der nächsten Generation steht auf der Liste.

Trotz der neuen internationalen Kooperationen wolle man aber keine neuen Staatsaktionäre, betonte Co-Chef Enders. Ziel sei es, die Basis der privaten Aktionäre zu verbreitern.

Im Streit mit den USA über Staatsdarlehen für den A350 verteidigte EADS-Vorstand Hans Peter Ring die Vorteile. „Wir wollen gleiche Spielbedingungen für den A350 wie sie Boeing bei der 787 hat“, sagte Ring. Deshalb sei EADS weiter an den Bürgschaften interessiert. Am Dienstag trafen sich auch die Luftfahrtminister der Airbus-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien in Berlin. Im Anschluss bekräftigten sie ihre Position. Wirtschafts-Staatssekretär Georg Adamowitsch sagte, sollte es tatsächlich zu einem formellen Verfahren vor der Welthandelsorganisation WTO kommen, dann würden die Darlehen ausgezahlt. Noch hoffe er aber auf eine einvernehmliche Lösung mit den USA.

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