Wirtschaft : Airbus plant Hundertsitzer

Boeing schon vor Erstflug / Neuer Airbus-Chef startet morgen TOULOUSE/HAMBURG (dpa).Die europäische Airbus Industrie ist entschlossen, so schnell wie möglich einen eigenen zweistrahligen Hundertsitzer zu entwickeln und zu bauen.Damit will sie verhindern, gegenüber der amerikanischen Konkurrenz mit ihrer kurz vor dem Erstflug stehenden hundertsitzigen Boeing 717-200 ins Hintertreffen zu geraten.Das Flugzeug soll als Airbus A 318 auf den Markt gebracht werden, berichtet das Luftfahrt-Magazin "AERO International" in seiner neuen Ausgabe. Das Projekt wird bereits mit Hochdruck unter der internen Bezeichnung "A319M5" vorangetrieben.Absicht der Airbus Industrie ist es, diesen Twinjet spätestens ein Jahr nach der Auslieferung der ersten Boeing 717-200 auf den Markt zu bringen.Die Boeing 717-200, die mit BR715-Triebwerken aus Dahlewitz bei Berlin ausgestattet wird, wird schon im Juni nächsten Jahres in den Liniendienst gehen. Der neue Airbus müßte vom System her in Hamburg-Finkenwerder gebaut werden, wo bereits die Airbus-Modelle A319 und A321 gefertigt werden.Hintergrund der Aktivitäten ist, daß die Zusammenarbeit zwischen der Airbus Industrie und der chinesischen AVIC zum gemeinsamen Bau eines Regionalverkehrsjets gescheitert ist. Am Mittwoch wird der Franzose Noel Forgeard das Kommando bei der Airbus Industrie AG, dem weltweit zweitgrößten Hersteller von Zivilflugzeugen, übernehmen.Er soll den bisherigen lockeren Vermarktungs-Verbund in eine neue, schlagkräftigere Struktur führen.Mit dem 51jährigen beginnt bei Airbus eine neue Zeitrechnung.Hatte sein Vorgänger Jean Pierson die Stellung von Airbus im Kampf gegen die übermächtige US-Konkurrenz stetig ausgebaut, so kommen auf Forgeard weiterreichende Aufgaben zu. Der bisherige Präsident des Rüstungskonzerns Matra Defense-Espace soll nicht nur die weltweite Marktstellung des wichtigsten Exporteurs der Europäischen Union absichern.Gemäß der gerade den Regierungen der Airbus-Partnerunternehmen übergebenen Pläne muß er innerhalb der kommenden acht Monate auch Konstruktionsbüros und Fabrikationsstätten von Daimler-Benz Aerospace (Dasa), Aerospatiale (Frankreich), British Aerospace und Casa (Spanien) unter einem Dach vereinen.Stichtag für die neue Gesellschaft mit dem Arbeitsnamen Airbus-plus ist der 1.Januar 1999.Die Airbus-Neustrukturierung wird als erster Schritt für eine Neuordnung der Luft- und Raumfahrtindustrie gesehen.

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