Airbus-Sanierungsplan : "Power 8" mit Spannung erwartet

Der französische Verkehrsminister versichert, dass kein Werk "verschwinden" wird. Die Gewerkschaften kündigen massive Proteste an - sie bangen um einen Abbau von 10.000 Stellen.

Paris/Toulouse - Durch den mit Spannung erwarteten Sanierungsplan für den angeschlagenen europäischen Flugzeugbauer Airbus wird nach den Worten des französischen Verkehrsministers Dominique Perben kein Werk "verschwinden". Kurz vor Veröffentlichung des unter dem Namen "Power 8" bekannten Konzepts versicherte Perben, beispielsweise werde das Werk im französischen Méaulte nicht geschlossen, eine Ausgliederung an einen Partner sei allerdings in der Diskussion.

Der beigeordnete französische Minister für Beschäftigung nannte die Sanierung "unabdingbar". Es gehe um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Unternehmens, "das weltweit nach der Umstrukturierung bei Boeing alle seine Chancen haben soll", sagte Gérard Larcher dem Rundfunksender Europe 1.

Nach Medieninformationen will sich Airbus europaweit von 8000 Arbeitsplätzen trennen und insgesamt vier Werke, je zwei in Frankreich und in Niedersachsen, ausgliedern.

Neues Werk in Großbritannien?

Der Europäische Metallgewerkschaftsbund sieht sogar bis zu 10.000 Stellen durch das Sanierungsprogramm bei Airbus in Gefahr und hat massive Proteste angekündigt. Französische Gewerkschaften bei Airbus haben angekündigt, hart gegen Stellenabbau kämpfen zu wollen.

Deutschland soll sich nach Medienberichten teilweise mit Forderungen durchgesetzt haben, Hamburg solle weiterhin ein Auslieferzentrum des Superjets A380 erhalten und auch Teile der zukunftsweisenden A350-Produktion sollen nach Deutschland gehen. Die Werke Varel und Nordenham würden jedoch ausgegliedert.

Nach einem Bericht der Tageszeitung "Financial Times" sollen 1500 Stellen in Großbritannien gestrichen werden. Gleichzeitig wolle das Unternehmen den Bau eines neuen Werkes für Verbundwerkstoffe für den neuen A350 in der Nähe der westenglischen Stadt Bristol bekannt geben, berichtete die das Blatt. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben