Wirtschaft : Airbus stärkt Standort Toulouse

PARIS . Airbus zieht einen Teil der Flugzeugfertigung von Hamburg nach Toulouse ab. Der Präsident der GIE Airbus Industrie, Toulouse, Noel Forgeard, kündigte am Sonntag auf der Pariser Luftfahrtschau an, daß "einige A319" künftig in Toulouse endmontiert würden. Dieser bisher kleinste Airbus, ein besonders erfolgreiches Programm, wird in Hamburg-Finkenwerder gefertigt.

Wie viele A319 in Toulouse gefertigt würden, hänge von der Zahl der Aufträge ab, sagte Forgeard. Damit werde ein Ausgleich für den französischen Airbus-Partner Aerospatiale Matra erzielt, nachdem die Endmontage des künftigen Baby-Airbus A318 nach Hamburg vergeben worden sei. Damit hat sich nach Informationen aus Firmenkreisen die französische Luftfahrtindustrie gegen den deutschen Partner Daimler- Chrysler Aerospace und gegen Forgeard selbst durchgesetzt.

In den ersten fünf Monaten 1999 hat Airbus bereits 153 Flugzeuge der verschiedensten Versionen verkauft. Ausgeliefert wurden 111 Jets. Seit Gründung der Airbus Industrie vor 30 Jahren bis Ende Mai wurden damit 3347 Airbus-Jets bestellt und 2005 ausgeliefert. Entgegen den Erwartungen hat Airbus genauso wie sein Konkurrent Boeing zum Auftakt der weltgrößten Luftfahrtmesse keine Geschäftsabschlüsse verkünden.

Weitgehend abgeschlossen sind nach Airbus-Angaben die Verhandlungen von sieben europäischen Regierungen über den neuen taktischen und strategischen Militärtransporter A400M. Das Flugzeug soll die Hercules C130 und Transall C160 ersetzen. Seine vier Turbotriebwerken sollen es in die Lage versetzen, 30 Tonnen Nutzlast über 5200 Kilometer zu transportieren. In der Airbus Military Company sind die Airbus Industrie als Hauptanteilseigner sowie die Partnerfirmen aus Frankreich, Italien, Großbritannien, Deutschland, Spanien, Belgien und der Türkei beteiligt. Die Streitkräfte veranschlagen ihren Bedarf auf 288 Militärtransporter.

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