Wirtschaft : Airbus überholt Boeing

Mehr als 300 Flugzeuge ausgeliefert/Angst vor starkem Dollar

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Hamburg (ebe/HB). Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat kurz vor Jahresende sein 300. Flugzeug ausgeliefert und damit zum ersten Mal den USKonkurrenten Boeing überholt. Das Unternehmen werde zum 31. Dezember „noch einige“ Maschinen ausliefern, sagte der Airbus-Vorstandsvorsitzende Noel Forgeard in einem Interview mit dem Nachrichtenkanal Bloomberg News.

„Alle waren skeptisch, ob Airbus sich gegenüber Boeing behaupten kann. Aber das Unternehmen hat sein Ziel erreicht und ist jetzt die Nummer eins“, sagte Klaus Breil, Fondsmanager bei Adig Investments. Allerdings macht dem europäischen Flugzeugbauer der schwache Dollar zunehmend Sorgen: Airbus rechnet einen großen Teil seiner Kosten in Euro ab, die Flugzeugverkäufe werden aber komplett in Dollar abgewickelt.

Falls der Euro über längere Zeit auf 1,30 bis 1,35 Dollar steige, würde sich der Kostendruck enorm erhöhen, heißt es beim Airbus-Großaktionär EADS. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hält 80 Prozent der Airbus-Anteile, 20 Prozent liegen bei der britischen BAE Systems. Mit einem Sparprogramm will Airbus dem schwachen Dollar entgegen- wirken und von 2006 an jährlich Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro erzielen.

Ein weiterhin hoher Auftragsbestand lässt Airbus jedoch einigermaßen stabil durch die weltweite Luftfahrtkrise fliegen: 1500 Flugzeuge stehen derzeit auf der Bestellliste, beim Rivalen Boeing waren es zuletzt nur 1100 Bestellungen. Diese Zahlen lassen den Schluss zu, dass Airbus auch in den nächsten Jahren mehr Flugzeuge bauen und ausliefern wird als der US-Wettbewerber.

„Wir sind Marktführer bei Neuaufträgen, beim Auftragsbestand und in diesem Jahr erstmals auch bei den Auslieferungen“, sagte Airbus-Chef Forgeard in Toulouse. Die niedrige Anzahl der Neubestellungen in 2003 spiegelt jedoch die schwache finanzielle Situation der Fluggesellschaften wider. Der Aufschwung in der Luftfahrtindustrie werde erst 2005 in vollem Umfang greifen, heißt es bei Airbus. „Die Airlines brauchen noch Zeit zur Konsolidierung“, sagte Gerhard Puttfarcken, der Chef der Airbus Deutschland GmbH.

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