Wirtschaft : Airbus überholt Boeing

Europäer hängen US-Konzern bei Produktion und Aufträgen ab

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Paris (dpa). Der Mut zum technologischen und finanziellen Wagnis des Großflugzeugs A380 zahlt sich für Airbus aus. Inmitten der Krise der Zivilluftfahrt hat der europäische Flugzeugbauer seinen einzigen verbliebenen Konkurrenten Boeing bei Produktion und Auftragseingang hinter sich gelassen. Auch ohne den A380 hatte Airbus schon gute Karten, wo immer sich Fluggesellschaften frei für ihre Lieferanten entscheiden können. Selbst in den USA liegen die Europäer vorn.

Einzige Ausnahme: Japan. Weniger als fünf Prozent ihrer Verkehrsflugzeuge mit mehr als 100 Sitzen bestellen die Japaner in Europa. Dabei hat Airbus mit dem Großflugzeug A380 für 555 Passagiere eigentlich ein genau auf die japanischen Bedürfnisse zugeschnittenes Produkt ins Angebot genommen. Um die Kunden zu ködern, boten die Europäer sogar an, acht Prozent der A380Fertigung nach Japan zu vergeben. Doch die umworbenen Partner winkten ab. Nur 2,3 Prozent der Fertigung geht nun an Jamco und Nippi, Fuji Heavy und Mitsubishi Heavy Industries. Der enge US-Verbündete Japan bleibt weiter in der Hand von Boeing.

Konzernchef Noël Forgeard hofft, dass sich das ändert, wenn die Konkurrenz der Japaner in Fernost zeigt, wie man mit dem A380 die Kosten auf den viel beflogenen „Metropolenrouten“ drücken kann. Der Bau des Super-Airbus liegt nach Forgeards Worten im Plan. Der Jungfernflug soll im 1. Quartal 2005 stattfinden. Dass Boeing die Monopolstellung seines „Jumbos“ 747 im Bereich der Großflugzeuge verliert, liegt an strategischen Fehlern. Immer wieder hatte Boeing Pläne für einen Jumbo-Nachfolger ausgesetzt. Eine Zusammenarbeit mit Airbus scheiterte. In 2003 gingen rund zwei Drittel aller weltweiten Aufträge – 29,9 Milliarden von 46,1 Milliarden Dollar – an Airbus.

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