Wirtschaft : Airbus zieht EADS hoch

Luftfahrtkonzern erhöht Prognose/Gutes Halbjahr

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München EADS, der größte europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern, hat am Donnerstag nach einem guten ersten Halbjahr die Prognose für das Gesamtjahr 2004 erhöht. Vor allem das Geschäft mit Passagierflugzeugen läuft immer besser. EADS erwartet nunmehr eine Steigerung des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebit) von 1,54 auf 2,1 Milliarden Euro. Bislang hatte der Konzern mit 1,9 Milliarden Euro gerechnet. Auch die Umsatzerwartung schraubte das Management von 30 auf 31 Milliarden Euro.

„Die zivile Luftfahrt erholt sich. Das ist bereits an den Halbjahreszahlen erkennbar. Wir rechnen damit, dass dieser Aufwärtstrend auch 2005 andauert“, teilten die Vorstandschefs Rainer Hertrich und Philippe Camus mit. Analysten zeigten sich von Zahlen und Ausblick positiv überrascht. Den Aktienkurs konnten die Äußerungen des Managements aber nicht beflügeln. Das Papier gab bis zum Nachmittag sogar leicht nach.

EADS hatte schon kürzlich auf der Luftfahrtmesse in Farnborough mit Erfolgsmeldungen und Bestellungen geglänzt. In den ersten sechs Monaten stieg der Umsatz der EADS um zwölf Prozent auf 14,6 Milliarden Euro. Das Ebit legte um 66 Prozent auf 985 Millionen Euro zu. Der Hauptertragsbringer Airbus lieferte im ersten Halbjahr 161 Passagierflugzeuge aus, elf mehr als im Vorjahreszeitraum. Finanzchef Hans Peter Ring bekräftigte, dass in diesem Jahr die Auslieferungen des Vorjahres von 305 Maschinen übertroffen werden. Im Auftragsbuch stünden 320 Maschinen zur Auslieferung an die Kunden, aber da könne es bis zum Jahreswechsel immer noch Verschiebungen geben.

Im nächsten Jahr sollen noch deutlich mehr Flugzeuge an die Kunden gehen. Konzernchef Hertrich hatte zuletzt von einem zweistelligen Wachstum gesprochen. Im vergangenen Jahr hatte Airbus erstmals den Erzrivalen Boeing übertroffen. Der US-Konzern hatte am Vortag seine Prognosen ebenfalls angehoben und angekündigt, im nächsten Jahr 315 bis 320 Maschinen auszuliefern.

Ausbauen will EADS das im Vergleich zur Konkurrenz noch kleine Militärgeschäft. Ring zeigte sich zuversichtlich, dass angesichts der Aufträge von 45 Milliarden Euro in der Militärsparte das für 2006 geplante Umsatzziel von zehn Milliarden Euro auch erreicht werde. Sorgen bereitet dagegen die Sparte Verteidigungs- und Kommunikationssysteme, besonders nach dem Scheitern des Herkules-Projektes der Bundeswehr. In den ersten sechs Monaten erhöhte sich der Verlust der Sparte auf 82 Millionen Euro, nach einem Minus von 24 Millionen im Vorjahreszeitraum. Erholung gibt es dagegen in der angeschlagenen Raumfahrtsparte. Im zweiten Quartal sei eine „schwarze Null“ erreicht worden. Nach sechs Monaten gibt es noch ein Minus von elf Millionen Euro, minus 131 Millionen waren es im Vorjahr. mwb/HB

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