Wirtschaft : Airbus zögert mit Großraumflugzeug

Wirtschaftlichkeit noch fraglich / Luftfahrtschau in Singapur im Zeichen der Asien-Krise SINGAPUR (dpa/AFP).Airbus wird das geplante Großraumflugzeug A3XX mit 550 Plätzen nur bauen, wenn das auf acht bis zehn Mrd.Dollar veranschlagte Projekt auch Gewinne verspricht.Die Finanzen seien gleichermaßen auch der Grund dafür, daß der Bau eines 100-Sitzers ebenfalls noch nicht endgültig entschieden sei, sagte Noch-Airbus-Präsident Jean Pierson am Dienstag auf der Luftfahrtmesse Asian Aerospace, die am Dienstag in Singapur eröffnet wurde. Optimistisch fügte Pierson, der in Kürze nach 13 Jahren an der Spitze von Airbus seinen Job an den bisherigen Matra-Chef Noël Forgeard abgeben wird, hinzu: "Der A3XX wird fliegen - im nächsten Jahrhundert." Das Flugzeug müsse "alle anderen übertreffen, nicht nur in der Kapazität, sondern auch wirtschaftlich".Über die Entwicklung des 100-Sitzers AE31X werde die Entscheidung noch in diesem Jahr fallen.An dem Projekt sollen auch der italienische Konzern Alenia, die chinesische Avic und die Singapore Technologies beteiligt werden. Airbus hatte zuletzt die Indienststellung des A3XX auf 2004 hinausgeschoben.Das Flugzeug soll das europäische Konsortium GIE Airbus Industrie in die Lage versetzen, den Wettbewerb mit dem amerikanischen Boeing-Konzern zu bestehen und mindestens 50 Prozent des Weltmarktanteils zu erreichen."Wir wollen die Nummer eins werden", sagte Pierson. Der Airbus-Chef wies die Vermutung zurück, die Verzögerungen beim A3XX und beim 100-Sitzer hätten etwas mit der Wirtschaftskrise in Asien zu tun."Die Krise wird ein Jahr dauern, zwei Jahre, für uns sind das kurze Zeitspannen." Die Lage sei "lange nicht so katastrophal, wie einige meinen", und der Luftverkehr in Asien werde bis 2017 um durchschnittlich 6,5 Prozent wachsen.Airbus sei bislang nur von einer Gesellschaft gebeten worden, die Lieferung von drei Maschinen bis Ende 1998 zu verschieben.Ähnlich optimistisch hatte sich zuvor schon ein Sprecher der Daimler-Benz Aerospace (Dasa) geäußert, der auf den langfristigen Charakter der Geschäftsabschlüsse im Flugzeuggeschäft verwies.Singapore Airlines und Cathay Pacific gehören derzeit zu den größten Kunden des europäischen Airbus-Konsortiums.Beim Konkurrenten Boeing betonte Vizepräsident Larry Dickinson, daß es bislang keine Vertragskündigungen gegeben habe, höchstens Verzögerungen. Auch andere Hersteller zeigten sich in Singapur zuversichtlich.So erklärte der Chef des Triebwerkherstellers Rolls-Royce, John Rose, die Einbußen in Fernost würden in anderen Regionen wettgemacht.Rolls-Royce, Singapore Airlines und die Hongkonger Aero Engine Services gaben ein Joint-venture im Wartungsbereich bekannt.Bei reduzierten Erwartungen zeigten sich die fast 1000 Aussteller am ersten Tag der Asian Aerospace überwiegend zufrieden.Die Veranstalter rechnen bis zum Sonntag mit 25 000 Besuchern, zehn Prozent weniger als 1996.Die Asian Aerospace ist nach Paris und Farnborough die größte Luftfahrtschau der Welt.

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