Wirtschaft : Airlines gehen gegen Brüsseler Klimapläne vor

-

Frankfurt am Main - Die deutschen Fluggesellschaften wehren sich gegen die Pläne der EU-Kommission zur Einbeziehung des Luftverkehrs in den Emissionshandel. „Mit dieser Vorgabe wird es im weltweiten Luftverkehr zu gravierenden Wettbewerbsverzerrungen für deutsche und europäische Airlines kommen“, sagte der Generalsekretär des Airline-Verbandes Barig (Board of Airline Representatives in Germany), Martin Gaebges, am Montag in Frankfurt. Er forderte die EU auf, ihren Richtlinienvorschlag nachzubessern. Dem Entwurf zufolge sollen von 2011 an innereuropäische und ein Jahr später sämtliche Flüge von und nach Europa in den Emissionshandel einbezogen werden.

Bei diesem System wird eine Gesamtmenge von Treibhausgasemissionen festgelegt, innerhalb derer die Beteiligten nach Bedarf Emissionszertifikate kaufen und verkaufen können. Somit könnte ein stetiger Anreiz für Luftfahrtunternehmen geschaffen werden, ihre Emissionen zu minimieren.

„Auch wenn wir sofort den Luftverkehr in ganz Europa stilllegen würden, würde das die globalen Emissionen um gerade mal 0,5 Prozent reduzieren“, sagte Gaebges. Deshalb müsse kritisch hinterfragt werden, ob ein klarer Wettbewerbsnachteil für deutsche und europäische Fluggesellschaften und Luftverkehrsstandorte „billigend in Kauf“ genommen werde. Statt der geplanten „Insellösung“ müsse ein globaler Ansatz gefunden werden.

Demgegenüber erklärte die EU, Flugzeuge seien eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen. So verursache ein Hin- und Rückflug von Amsterdam in das thailändische Phuket wesentlich mehr Kohlendioxid als ein durchschnittlicher Neuwagen in einem Jahr.dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben