Airlines : Ryanair will Aer Lingus übernehmen

Billigflieger Ryanair will für die angeschlagene irische Aer Lingus 1,5 Milliarden Euro auf den Tisch legen. Ryainair hält bereits 16 Prozent der Anteile von Aer Lingus.

London - Die Offerte von Ryainair hat ein Volumen von 1,48 Milliarden Euro, wie Unternehmenschef Michael O'Leary am Donnerstag mitteilte. Einen Anteil von 16 Prozent an Aer Lingus hat Ryanair bereits gekauft. Zusammen würden die beiden irischen Fluggesellschaften rund 50 Millionen Passagiere befördern. Das Übernahmeangebot stößt allerdings bei der irischen Regierung auf Widerstand. Preminierminister Bertie Ahern sagte, der Staatsanteil an Aer Lingus von rund 28 Prozent solle nicht verkauft werden.

Mit der Übernahme von Aer Lingus würde Ryanair, das bislang nur Flugziele in Europa und Marokko ansteuert, erstmals auch in den Transatlantikverkehr einsteigen. Aer Lingus fliegt neun Ziele in den USA an. O'Leary sagte dem irischen Radiosender RTE, das Bündnis biete die Chance, den deutschen, britischen und französischen Fluggesellschaften verstärkt Konkurrenz zu machen. Er kündigte an, die Preise von Aer Lingus nach einer Übernahme weiter reduzieren zu wollen. Aer Lingus war nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 nur knapp der Pleite entronnen und senkte schon seither im Rahmen eines erfolgreichen Sanierungsprogramms seine Preise deutlich ab.

Laut O'Leary strebt Ryanair eine hundertprozentige Übernahme des früheren Staatsunternehmens an. Eine knappe Mehrheit - "also alles über 50,1 Prozent" - würde seiner Airline aber auch schon reichen. In jedem Fall sollten die beiden Gesellschaften auch künftig voneinander getrennt betrieben werden. Aer Lingus wollte sich zu der Offerte zunächst nicht näher äußern. Sein Unternehmen überprüfe derzeit noch das Angebot, sagte ein Sprecher lediglich. Premierminister Ahern sagte unterdessen vor dem Unterhaus in Dublin, seine Regierung wolle einen wichtigen Minderheitsanteil an Aer Lingus behalten. Die Ryanair-Offerte nannte er hinsichtlich der Wettbewerbsfragen problematisch.

Aer Lingus befördert auf seinen insgesamt 78 Routen jährlich etwa 15 Millionen Passagiere. Ryanair hat auf seinen 419 Routen etwa 35 Millionen Fluggäste im Jahr. Die Aer-Lingus-Aktie machte nach Bekanntgabe des Angebots an der Dubliner Börse einen Satz um zwölf Prozent nach oben und lag bis zum frühen Nachmittag bei etwa 2,80 Euro. Das Ryanair-Papier sackte um 2,6 Prozent auf 8,47 Euro ab. (tso/AFP)

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