Wirtschaft : Aktie des Berliner Medizintechnik-Unternehmens kostet 22 bis 26 Euro - "Spritze ohne Nadel" entwickelt

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Mit der "Spritze ohne Nadel" will die Berliner Rösch AG am 24. Februar den Sprung an den Neuen Markt wagen. Die neue Technik, die den Patienten die Angst vor der Spritze nehmen will, soll dem Medizintechnik-Unternehmen hohe Gewinne einbringen. Schon im nächsten Jahr rechnet Vorstandschef Andy Rösch mit positiven operativen Margen. Insgesamt sollen 1 934 250 Aktien ausgegeben werden, davon stammen 1,3 Millionen aus einer Kapitalerhöhung. Die Preisspanne liegt zwischen 22 und 26 Euro. Noch bis zum 21. Februar läuft die Zeichnungsfrist, Konsortialführer ist Concord Effekten.

Bei dem neuen Injektionssystem namens "Injex" wird das flüssige Medikament - statt mit einer Nadel - aus einer kleinen Ampulle unter Hochdruck unter die Haut geschossen. Das soll weitgehend schmerzfrei erfolgen, ohne Einstich und damit auch weitgehend ohne Infektionsgefahr. Hauptzielmarkt für die "Spritze ohne Nadel" sind laut Rösch Diabetiker, das Produkt kann aber auch bei der Thromboseprophylaxe, bei Krebs- und Allergietherapien, Impfungen und lokalen Betäubungen zum Einsatz kommen. Allein der europäische Markt für Insulin-Applikationen bei der Diabetes wird auf 4,5 Milliarden Mark geschätzt.

"Die Nachfrage ist groß", sagte Rösch am Mittwoch. Bereits jetzt seien Rahmenverträge in Höhe von 65 Millionen Mark mit Partnern abgeschlossen worden. Dabei soll Injex erst im April in Massenprodiktion hergestellt werden. "Man soll an die Börse gehen, wenn man Kapitalbedarf hat", sagte Rönsch. "Wir können nur liefern, wenn wir genügend Produktionskapazitäten haben." Die erhofften Einnahmen aus dem Börsengang - bis zu 49 Millionen Euro erwartet Rösch - sollen daher vor allem für den Bau neuer Produktionsanlagen verwendet werden. Auch Berlin ist als Standort im Gespräch.

Im Geschäftsjahr 1999/2000 (31.7.) soll die "Nadel ohne Spritze" bereits gut die Hälfte des Umsatzes ausmachen. 2003 hofft Rösch den Umsatz auf 216 Millionen Mark hochzuschrauben, bei einem Gesamtumsatz von 237 Millionen Mark. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Rösch mit einem Verlust von 1,94 Millionen Mark, ein Jahr erwartet er bereits einen Überschuss von 12,2 Millionen Mark.

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