Wirtschaft : "Aktie Gelb": Die Deutsche Post liegt gut im Börsen-Rennen

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Am Donnerstagabend wird es für Post-Chef Klaus Zumwinkel spannend. Dann veröffentlicht die Deutsche Börse nach Handelsschluss die Daten, auf deren Basis der Arbeitskreis Aktienindizes am 14. Februar über Auf- und Abstieg aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) entscheidet. Die Post gilt nach ihrem milliardenschweren Börsengang im November als heißer Favorit für einen Platz im wichtigsten heimischen Börsenbarometer. Als weiterer Dax-Kandidat steht bereits seit geraumer Zeit MLP in den Startlöchern. Allerdings könnte es für den Finanzdienstleister wieder knapp werden.

Regulär beschäftigt sich der Arbeitskreis auf seiner Sitzung im Februar nur mit dem Nemax-50-Index (Neuer Markt) sowie dem M-Dax (Nebenwerte) und dem S-Dax (Kleintitel). Doch für große Neueinsteiger hat die Börse eine Ausnahmeregelung geschaffen. Wer gemessen an Umsatz- und Börsenkapitalisierung zu den 25 größten deutschen Unternehmen zählt, kann auch außer der Reihe in den exklusiven Klub der 30 Dax-Werte aufrücken. Wer im Dax bleiben will, muss der "35/35-Regel" genügen, das heißt gemessen an Umsatz und Kapitalisierung zu den 35 größten Titeln gehören. Seine Entscheidung wird der Arbeitskreis auf Basis der so genannten "Rennliste" mit Stichtag 31. Januar treffen. Die Plätze im Dax sind heiß begehrt, denn sie versprechen nicht nur Prestige, sondern häufig auch steigende Kurse. Große Fonds kaufen oft Aktien von Neueinsteigern zu.

Derzeit kommt die Post auf eine Marktkapitalisierung von knapp 13 Milliarden Mark, das hätte auf der Dezember-Rennliste für einen Platz unter den ersten 20 gereicht. Auch beim Umsatz sieht es für die Post nicht schlecht aus. Rechnet man die Dezember- und Januarumsätze auf zwölf Monate hoch, wäre der Logistik-Riese auf der Rangliste unter die ersten 25 vorgestoßen. Für den Analysten Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler steht die Aufnahme der Post in den Dax schon "so gut wie fest". Mit einem Schub für den Kurs der "Aktie Gelb" rechnet er jedoch nicht, da die Post bereits seit dem Börsengang als Dax-Favorit gelte. Dagegen dürfte MLP nach Einschätzung der Experten auch dieses Mal an der Dax-Hürde scheitern. Beim Umsatz kam der Finanzdienstleister über den 27. Platz auf der Dezember-Liste nicht hinaus. Die Analysten von Kant-Vermögensmanagement rechnen nicht damit, dass MLP diesen Rückstand bis Ende Januar wettmachen konnte.

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