Wirtschaft : Aktie ist kein Schnäppchen (Kommentar)

Corinna Visser

Telekom-Chef Ron Sommer ist schlau. Einen Flop der T-Online-Aktie am ersten Handelstag kann er sich nicht leisten. Und die Gefahr ist bei der momentanen Schwäche der Internetwerte durchaus gegeben. Also durfte er den Preis für das Papier nicht zu hoch ansetzen. Ein Preis zwischen 26 und 32 Euro ist zwar kein Schnäppchen, aber doch maßvoll. Dafür musste Sommer in Kauf nehmen, dass die Telekom-Aktie nach der Bekanntgabe erheblich nachgab. Immerhin kursierten zuvor Spekulationen am Markt, die Telekom wolle sogar mehr als 50 Euro für die T-Online-Aktie kassieren.

Jetzt wird der Bonner Konzern einige hundert Millionen Euro weniger einnehmen. Doch bei einem höheren Emissionspreis hätten sicher viele Anleger abgewinkt. Immerhin schreibt auch der größte Online-Dienst Europas noch Verluste. Und für Internet-Fantasien sind Anleger zur Zeit nicht mehr bereit, jede Summe zu zahlen. Ein Sturz unter den Ausgabepreis würde aber nicht nur T-Online und der Telekom, sondern auch dem wachsenden Interesse der Deutschen an Aktien überhaupt schaden. Auch wenn der Preis moderat ist und die Aktie mit hoher Wahrscheinlichkeit stark überzeichnet sein wird: Eine Garantie für einen fulminanten Börsenstart der T-Online-Aktie ist das nicht.

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