Aktie stürzt ab : Server-Konzern Sun fällt in Verlustzone

Rückschlag für den Server-Hersteller Sun Microsystems: Nach einem erfolgreichen Sanierungskurs ist der US-Konzern durch Steuerlasten in seinem dritten Geschäftsquartal wieder mit 34 Millionen Dollar ins Minus gerutscht. Die Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Santa ClaraAnalysten hatten einen deutlichen Gewinn erwartet. Die Sun-Aktie stürzte nachbörslich entsprechend ab und verlor mehr als 15 Prozent auf 13,85 Dollar. Im Tagesverlauf hatte sie in Erwartung guter Zahlen noch um mehr als vier Prozent zugelegt. Der Umsatz fiel zudem von Januar bis März wegen der US-Konjunkturkrise leicht. Nun sollen erneut bis zu 2500 Stellen gestrichen werden, teilte Sun am Donnerstagabend in Santa Clara (Kalifornien) mit.

Ein Jahr zuvor hatte Sun noch einen Überschuss von 67 Millionen Dollar erzielt. Nun musste der Konzern Millionen-Belastungen durch den jüngsten Kauf des schwedischen Software-Anbieters MySQL verkraften, die etwa dem Quartalsverlust von 0,04 US-Dollar je Aktie entsprachen. Hinzu kamen Steuerrückstellungen von 52 Millionen Dollar. Der Umsatz gab um 0,5 Prozent auf 3,27 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) nach.

Bereits 4000 Mitarbeiter entlassen

Die schwache US-Konjunktur habe die internationalen Erfolge von Sun vor allem in Schwellenländern überdeckt, sagte Konzernchef Jonathan Schwartz. Auch für das vierte Quartal erwartet er nur einen stagnierenden Umsatz und enttäuschte damit die Erwartungen der Experten.

Das Unternehmen hatte 2007 erstmals nach fünf Verlustjahren wieder schwarzen Zahlen geschrieben und den positiven Trend auch in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres fortgesetzt. Schwartz hatte dem Konzern, der lange unter dem Platzen der New- Economy-Blase litt, eine Radikalkur verordnet. Seit Amtsantritt im Jahr 2006 strich er etwa 4000 Stellen. 

Sun steht als einer der größten Server-Anbieter im Wettbewerb mit Herstellern wie Hewlett-Packard, IBM und Dell. Zum Einsatz kommen die hochleistungsfähigen Rechner in Firmen-Computernetzen, beim Betrieb von Websites und für den Datenverkehr im Internet. (dm/dpa)

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