Wirtschaft : Aktien: US-Fonds weiter vom Handel ausgesetzt

Aktienfonds mit Schwerpunkt Nordamerika und global investierende Fonds werden auch am zweiten Tag nach den Terroranschlägen in den USA noch nicht wieder gehandelt. Damit sollten zum Schutz von Anlegern Preisverzerrungen und Überreaktionen sowie Panikverkäufe vermieden werden, teilten am Donnerstag führende deutsche Fondsgesellschaften mit. Bei nationalen und europäischen Aktienfonds finde jedoch der Handel wieder statt. Am Mittwoch waren Aktien- und Mischfonds sowie ausgewählte Rentenfonds vom Handel ausgesetzt worden, da eine faire Preisfeststellung nicht möglich war. Geldmarkt- und Immobilienfonds sind von den Maßnahmen nicht betroffen. Ob der Fondshandel bei Fonds mit US-Werten noch vor dem Wochenende wieder anläuft, soll am Freitag entschieden werden. Die Fondsgesellschaften wollen die Wiederaufnahme des US-Börsenhandels abwarten.

"Bei Ereignissen, deren Auswirkung man nicht abschätzen kann, soll der Anleger davor bewahrt werden, falsch zu disponieren. Da ist viel Psychologie dabei. Angst ist aber kein vernünftiger Berater", begründete Andreas Fink, Sprecher vom Bundesverbands Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) die Entscheidung vom Donnerstag. Da die US-Börsen auch am Donnerstag geschlossen bleiben, sei davon auszugehen, dass internationale Fonds am Freitag noch nicht berechnet würden. Eine faire Bewertung ist nach Angabe der Fondsgesellschaften derzeit nicht möglich. Eine Preisberechnung würde das Portfolio verzerren, sagte Activest-Sprecher Stefan Liebl. Derzeit werde in der Branche diskutiert, ob sich mittels eines pauschalen Wertabschlags bei den US-Titeln ein Richtwert ermitteln lasse.

Ob der Handel in einem Fondssegment wieder geöffnet wird oder vorübergehend ruht, richtet sich meist danach, ob der Fonds einen "nennenswerten US-Aktienanteil" hat. UBS hält sich dabei laut Sprecher Alexander Pivecka an die Grenze von zehn Prozent. Die DWS nahm den Handel bei europäischen und asiatischen Aktienfonds wieder auf. Emerging-Markets-Fonds mit Investitionen in Ländern, deren Börsen am Mittwoch geschlossen blieben, wurden jedoch häufig noch nicht wieder gehandelt. Unterschiede zeigen sich bei der Behandlung von Renten- und Aktienfonds. So gibt der DIT wieder Rücknahmepreise für Rentenfonds an, wogegen einige Fondgesellschaften auch bei Rentenfonds mit US-Schwerpunkt auf eine Preisangabe noch verzichten.

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