Wirtschaft : Aktien: Warum Firmen Aktien ausgeben

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Braucht ein Unternehmer frisches Geld, etwa für Investitionen, dann kann er sich das Kapital von einer Bank leihen. Er kann aber auch den Markt der Märkte betreten - und "an die Börse gehen". Entschließt er sich zu diesem Gang an den Kapitalmarkt, muss er einen Anteil am Grundkapital seines Unternehmens gestückelt in Aktien verkaufen. Dabei hilft ihm die Bank, die die Aktien an der Börse platziert. Bei großen Unternehmen schließen sich oft mehrere Banken zu einem Konsortium zusammen. Die Emissionsbank legt den Ausgabepreis der Aktie fest - meist eine Spanne, innerhalb derer der Preis liegen soll. Während einer Zeichnungsfrist können die Anleger bei ihrer Bank Aktien "bestellen". Je nach dem, wie groß die Nachfrage ist, wird der Preis der Aktie höher "am oberen Ende" der Spanne oder niedriger "am unteren Ende" liegen.

Die Aktie wird zum Ausgabepreis am ersten Tag der Notierung an der Börse an die Anleger ausgegeben. Oft legen die Banken bei großen Emissionen Zuteilungsraten fest. Nicht jeder, der gezeichnet hat, bekommt dann so viele Aktien, wie er wollte, oder geht sogar leer aus. Die Aktie wird nun auf dem "Marktplatz" Börse gehandelt. Schon die erste Notierung kann über oder unter dem Ausgabepreis liegen. Ziel des Handels ist es, möglichst viele der vorliegenden Kauf- oder Verkaufsaufträge abzuwickeln, also einen maximalen Umsatz zu erzielen. Dabei erfassen die Händler (oder ihre Computer) alle eingehenden Orders laufend in ihrem so genannten Skontrobuch, ziehen zwischendurch Bilanz und ermitteln dabei einen Kurs, der zum größten Umsatz führt. Dieser Kurs wird dann auf der Preistafel, dem Kurstableau, angezeigt.

Der Aktionär kann nun jeden Tag in der Zeitung, im Internet oder im Fernsehen den Kurs seiner Aktie verfolgen. Je nachdem, ob der Kurs steigt oder fällt, kann der Anleger entscheiden, ob er die Aktie behält oder wieder verkauft. Als Aktionär ist er Miteigentümer "seines" Unternehmens. Durch Dividenden, die sich nach der Höhe des Gewinns richten, wird der Aktionär dann am unternehmerischen Erfolg - oder Misserfolg - beteiligt. Jedes Jahr auf der Hauptversammlung kann er dem Vorstand Fragen zur Geschäftspolitik stellen und Kritik üben. Als Anteilseigner hat er auch ein Stimmrecht. Viele Kleinanleger üben dieses Recht allerdings nicht selber aus und übertragen es ihrer Bank oder einer Aktionärsvereinigung, die dann auf der Hauptversammlung im Sinne der Kleinaktionäre abstimmen.

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