Wirtschaft : Aktienabsturz: Pixelpark enttäuscht die Börse

mot

Mit Enttäuschung sind an der Börse die jüngsten Quartalszahlen des Berliner Multimedia-Dienstleisters Pixelpark aufgenommen worden, der tiefer als erwartet in die roten Zahlen gerutscht ist. Die Aktie stürzte am Freitag nach der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse für das Rumpfgeschäftsjahr 2000 (1. Juli bis 31. Dezember) zwischenzeitlich um mehr als 16 Prozent ab. Analysten hatten bessere Zahlen erwartet. Das Quartal sei ausgesprochen schlecht verlaufen, hieß es. Auch Finanzvorstand Jan Kantowsky räumte ein, er habe mit einem besseren Ergebnis gerechnet.

Pixelpark teilte mit, der Umsatz sei zwar im vierten Quartal 2000 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 82 Prozent auf 27,2 Millionen Euro gestiegen. Das vorläufige Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) falle aber negativ aus und beträgt minus 5,4 Millionen Euro (10,56 Millionen Mark). Analysten zeigten sich enttäucht: Verglichen mit dem dritten Quartal sei das Wachstum um zwei Prozent zurückgegangen, während man mit einem Anstieg von zehn bis 20 Prozent gerechnet habe.

Noch im November war Pixelpark lediglich von einem leicht negativen Ebitda im Rumpfgeschäftsjahr ausgegangen. "Wir haben im November noch nicht mit so hohen Integrationskosten gerechnet. Das war noch nicht absehbar", sagte Kantowsky. Der Finanzvorstand fügte hinzu, Pixelpark habe weder einen Geschäftseinbruch, noch Umsatzprobleme. Die Gesellschaft verfüge über solide Umsatz- und Wachstumsraten. Die Geschäftszahlen seien lediglich von Sonderbelastungen beeinflusst worden.

Im Rumpfgeschäftsjahr erwirtschaftete Pixelpark einen Umsatz von 55 Millionen Euro (87,78 Millionen Mark). Dies entspreche einem organischen Wachstum von 123 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum, teilte das Unternehmen mit. Analysten hatten allerdings einen höheren Umsatz von 60 Millionen Euro erwartet. Das Ebitda beläuft sich nach Unternehmensangaben auf minus 5,9 Millionen Euro. Pixelpark erklärte, man halte daran fest, für das Geschäftsjahr 2001 einen positiven Ebitda erzielen zu wollen. Zugleich nahm das Unternehmen aber seine Wachstumspläne teilweise zurück. Der Verlust sei unter anderen durch die Integration des Beratungsunternehmens ZLU und des französischen IT-Dienstleisters K2 sowie durch Anlaufverluste der neuen Standorte in Spanien und Osteuropa verursacht worden.

Künftig werde der Schwerpunkt noch mehr als bisher auf profitables Wachstum gelegt. Das Unternehmen werde sich noch stärker auf Kerneuropa fokussieren. Daher werde auch der geplante Aufbau eines Büros in der Türkei verschoben. Zur Effizienzsteigerung habe das Management Maßnahmen, insbesondere beim Projektcontrolling, eingeführt. Kantowsky schloss weitere Übernahmen, insbesondere zur Verstärkung der internationalen Präsenz, nicht aus.

Für das laufende Jahr fürchten Marktbeobachter, ein Umsatzplus werde sich ausschließlich aus den erstmals konsolidierten ZLU und K2 ergeben. Ein Händler meinte, "wenn das Unternehmen kein organisches Wachstum generiert, sieht es schlecht aus." Die im zweiten Halbjahr 2000 erworbenen Firmen ZLU und K2 werden ab 1. Januar konsolidiert. Werden sie in den Berichtsraum einbezogen, betrage der Pro-Forma-Umsatz 63,1 Millionen Euro und das vorläufige Ebitda minus 5,5 Millionen Euro.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben