Wirtschaft : Aktienhandel an Feiertagen vor dem Aus

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Frankfurt am Main - Ganz offensichtlich hat der Feiertagshandel an den deutschen Börsen kaum noch eine Zukunft. Die Regionalbörsen wollen den Handel an den bundeseinheitlichen Feiertagen Himmelfahrt, Pfingstmontag und am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit einstellen, wenn sich alle Börsen dafür aussprechen. Und bei den Großbanken werde es, so sagt ein Banker, auch keinen Widerstand geben, wenn die Feiertagsöffnung gestrichen wird. Das Geschäft lohnt sich einfach nicht. Nur die Deutsche Börse sperrt sich. „Es gibt keine Erwägungen, dieses Modell zu ändern. Das Angebot der zusätzlichen Handelstage hat sich bewährt“, sagt Walter Allwicher, Sprecher der Deutsche Börse AG.

Das sieht man bei Maklern und Banken anders und dies schon seit längerer Zeit. Der Ende der neunziger Jahre eingeführte Börsenhandel an Feiertagen brachte selten ansehnliche Umsätze, entpuppte sich für alle Beteiligten als kaum Gewinn bringende Veranstaltung. Die Verbände der Kreditwirtschaft haben deshalb vor etlichen Monaten in einem Schreiben unter anderem an die Börse in Stuttgart appelliert, die Öffnung an den Feiertagen zu überdenken. Daraufhin hat der dortige Börsenrat beschlossen, die Regelung wieder zu kippen, falls alle Börsen zustimmen. Ähnlich wird an der Düsseldorfer Börse argumentiert. „Wir sind schon seit Jahren für die Abschaffung. Allerdings ist eine bundeseinheitliche Regelung zwingend notwendig“, sagt Dirk Elberskirch, Vorstand der Düsseldorfer Börse. Zudem fordert er die Handelszeiten des Computersystems Xetra und der Parkettbörse einheitlich um 17 Uhr 30 abzuschließen. Derzeit wird auf dem Parkett bis 20 Uhr gehandelt.

In München und Berlin gibt es ähnliche Überlegungen. Fronleichnam wäre aber vermutlich von einer neuen Regelung ausgeschlossen, weil der Tag in Berlin kein Feiertag ist. ro

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