• Aktienkurse der Versicherer leiden unter dem Dauerregen Vielen Geschädigten fehlt die nötige Zusatzversicherung

Wirtschaft : Aktienkurse der Versicherer leiden unter dem Dauerregen Vielen Geschädigten fehlt die nötige Zusatzversicherung

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Mit jedem Regentropfen sinkt die Attraktivität der großen börsennotierten Versicherer: Die Aktien der Münchener Rück gaben am Montagnachmittag um knapp drei Prozent nach, Papiere der Allianz um über vier Prozent.

Doch welchen Schaden die jüngsten Unwetter tatsächlich angerichtet haben, können die Versicherungen noch gar nicht abschätzen. „Der volkswirtschaftliche Schaden ist nicht automatisch der Versicherungsschaden“, erklärt Gabriele Handrick von der Hannover Rück. Nur wenige private Haushalte hätten die notwendige Zusatzversicherung für Unwetterschäden abgeschlossen. Nur in Baden-Württemberg und in Ostdeutschland seien solche Elementar-Policen weiter verbreitet. „Wir werden im Moment von Schadensmeldungen überschwemmt“, bestätigt Sabine Wolf von der Allianz. „Viele wissen aber nicht, dass ihre Versicherung Überflutung gar nicht abdeckt.“ Zum Gesamtschaden für die Allianz könne man deshalb frühestens in zwei Wochen mehr sagen. Und ob sich an den Prämien etwas ändern wird, will das Unternehmen erst nach dem Ende des Versicherungsjahres entscheiden.

„Wenn sich ein Trend zur Klimaänderung abzeichnet, dann werden wir unsere Preise erhöhen müssen“, sagt Irmgard Wallner von der Münchener Rück. Noch sei eine Wetterwende wissenschaftlich aber nicht belegt. Handrick glaubt, dass die Nachfrage nach Elementar-Policen in Zukunft steigen könnte. Doch oft ist die Versicherung an viele Voraussetzungen geknüpft. Wer in Überschwemmungsgebieten an der Mosel oder am Rhein wohnt, wird sich gegen Hochwasser überhaupt nicht versichern können. shr

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