Wirtschaft : Aktienmärkte: Börsentrubel macht Tagesgeld wieder attraktiv

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Um dem Trubel an den Aktienmärkten auszuweichen, parken viele Anleger ihr Geld auf Tagesgeldkonten oder kurzfristigen Festgeldkonten. Dort verzinst sich das Kapital oft zu einem Zinssatz zwischen vier und fünf Prozent. Das ist für kurzfristig angelegtes Geld ziemlich viel, verglichen mit dem Sparbuch oder den meisten Geldmarktfonds. Außerdem kommen Anleger meist ohne eine Mark Gebühr davon. Den Zinsoasen droht allerdings Ungemach seitens der Europäischen Zentralbank (EZB): Nach der am Donnerstag ausgebliebenen Zinssenkung ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie die Leitzinsen herabsetzt. Dann wollen auch die Anbieter von Tagesgeldkonten nachziehen. "Beim Festgeld sind die Zinsen schon deutlich gerutscht", heißt es bei der Volkswagen Bank direct. Auch andere Anbieter haben ihr Angebot schon heruntergeschraubt.

Nun geht es zunehmend den Tagesgeldsätzen an den Kragen. Bei der Demir Halk Bank ist es schon beschlossene Sache: Zum 16. April sinken die Zinsen von 5,15 Prozent auf 4,75 Prozent. WHP Driver & Bengsch würden ihre Sätze um den gleichen Satz wie die EZB senken. Das Wertpapierhandelshaus lässt seine Tagesgeldkonten von der Direkt Anlage Bank führen, da es keine Vollbanklizenz besitzt. Die First-e Bank, die bis Mitte Februar Kunden mit einem Angebot von sechs Prozent lockte, verzinst nur noch zwischen vier und 5,5 Prozent. Bei einer Zinssenkung könnte das Angebot noch einmal sinken.

Wo für die Sparer am meisten zu holen ist, hängt aber nicht nur vom Zinssatz ab: Bei gleichem Zinssatz, fahren Anleger dort besser, wo ihnen die Bank häufiger die Zinsen gutschreibt. Je häufiger die Sparer eine Zinsgutschrift erhalten, desto mehr profitieren sie vom Zinseszinseffekt. Legt ein Anleger 50 000 Mark über ein Jahr zu 4,5 Prozent Zinsen an, erhält er bei einer jährlichen Gutschrift nach einem Jahr 52 250 Mark. Schreibt die Bank monatlich gut, sind es 52 297 Mark. Oft hängt die Höhe der Zinsen auch von der Anlagesumme ab. Achten sollten Anleger zudem auf die Höhe der Einlagensicherung: Bei den niederländischen Töchtern türkischer Banken wie Demir Halk Bank, Finansbank oder UGBI-Bank greift der niederländische Einlagensicherungsfonds. Im Pleitefall erhalten Anleger Sparsummen bis zu 20 000 Euro zurück. Bei First-e sind über den französischen Einlagensicherungsfonds bis zu 70 000 Euro gesichert.

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